was rio ferdinand den meisten sportlern auf twitter voraus hat
Er ist DER Vorzeigeprofi. Und damit meine ich ganz gewiss nicht sein Verhalten auf dem Feld. Ganz ehrlich: Das interessiert mich an dieser Stelle auch nicht sonderlich. Worum es geht ist, dass er sich auf der digitalen Spielwiese so sicher bewegt, dass man ihm die Augen zubinden könnte und trotzdem käme dabei etwas heraus, was sich so mancher zum Vorbild nehmen könnte. Lies mehr …
infografik: die 50 beliebtesten sportler im social web
Eine kleine Infografik aus dem Bereich „sinnlos, aber gut zu wissen“. Das Team des official 25/7 Sports Blog hat sich auf Basis der Facebook- und Twitter-Anhängerschaften die 50 beliebtesten Sportler im Social Web angesehen und diese näher unter die Lupe genommen.
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gastbeitrag: vom campus in die loge
Irgendwann im November 2011 – 9.50 Ortszeit Salzgitter. Der Vorlesungssaal und deren Besucher wirken merkwürdig glamourös. Dazu sind alle Plätze belegt. Spür- und greifbare Vorfreude breitet sich immer weiter aus. Statt den üblich eher mäßig besetzten Vorlesungen am Montagmorgen steht Wolf-Dieter Poschmann am Rednerpult und bittet Martin Kind auf die Bühne. Augenreiben, noch ein kräftiger Schluck Kaffee- sie sind es tatsächlich. Doch was machen diese Persönlichkeiten des deutschen Sports plötzlich in Salzgitter? Ist diese Stadt doch abgesehen von einem riesigen Stahlproduzenten und dem Charme landschaftlicher Weitläufigkeit nicht gerade mit Attraktionen gesegnet. Lies mehr …
PR-Eigentor: Bayern Münchens vermeintlicher Top-Neuzugang
Es sollte der ganz große Coup werden. Der FC Bayern München kündigte heute via Facebook eine exklusive Pressekonferenz um 14:00 Uhr an, auf der ein hochkarätiger Neuzugang präsentiert werden sollte. Klar, dass bei so einer Ankündigung ganz Fußball-Deutschland am Rad dreht. Wer kommt da, wenn Sportdirekter Christian Nerlinger von einer spektakulären Neuverpflichtung für den Offensivbereich spricht?
Die Fans spekulierten höchst verzückt ob der letzten Downs in Liga und am Transfermarkt, die Medien zogen sofort gen Säbener Straße und unterbrachen teils ihr Programm für eine Sonderberichterstattung. Das Ende vom Lied? Nerlinger, Kapitän Philipp Lahm und Mediendirektor Markus Hörwick präsentierten keinen neuen Mannschaftskollegen, sondern mit „The New FCB Star“ eine Applikation für Facebook. Salz in die Wunden der zuletzt so empflindlichen Fan-Seelen. Und schon zog ein Gewitter im (Social) Web auf.
Wir haben es uns nicht nehmen lassen die Situation ebenfalls zu kommentieren.
Übrigens: Wir haben an dieser Stelle selber einen Neuzugang zu vermelden. So ganz in echt, 3D und Farbe. Aus Wien stösst Christoph Luke zu unserem Team und stand auch schon für ein erstes Statement bereit
David Philippe: An sich war es, finde ich, eine lustige Idee. Nur haben sie es wohl etwas zu sehr aufgebläht im Vorfeld. Sonst hätte es durchaus cool laufen können.
Daniel Rehn: Man sieht es und schüttelt den Kopf. Es gibt doch keinen einzigen Transfer bei den Bayern, der nicht im Vorfeld längst seziert worden wäre. So mit den Erwartungen der Fans zu spielen, die nach den letzten Rückschlägen (Niederlage gegen Gladbach, Reus nicht bekommen, das Social-Media-Lirumlarum um Breno und Tymo, …) auf eine richtige News warten, war nicht wirklich clever. Es gibt kaum ein sensibleres Umfeld als Fußball und gerade beim FC Bayern flippen alle, insbesondere die Medien und Fans, bei jedem Furz aus.
Eine verhunzte Steilvorlage wie diese ist dann ein Fressen für alle, die ihrem Unmut mal wieder Luft machen wollen. Der Tenor aller Enttäuschten und Verprellten wird lauten, dass man das Geld „g’scheit“ investieren und sich die Spieler und der Klub auf ihren Job „aufm Platz“ konzentrieren sollten.
Aber ganz objektiv betrachtet, was im Fußball im Grunde nie möglich ist, ist es nur ein missglückter PR-Stunt. Hätten die Bayern gegen Gladbach gewonnen und Reus verpflichten können oder einfach schon die Vertragsverlängerung von Robben über das neue Angebot bekanntgegeben sähen die Reaktionen ganz anders aus.
Für die anderen Vereine gibt es nun zwei Optionen: Sie ziehen den Schwanz ein und zögern bei ihren Social-Media-Projekten, wenn selbst der Branchenprimus so grandios daneben langt, oder aber sie geben richtig Gas, um den großen Bayern zu zeigen, wie es richtig geht. Ich hoffe im Sinne der Liga und Fans auf Zweiteres.
Benjamin Stoll: Ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig der Kontext ist. Gleichermaßen aber auch schade, ist es doch eher ein Produkt der Kategorie „Mia san PR-Eigentor“… Gut gemeint ist wie so oft leider nur die halbe Miete. Die Aktion zeigt einmal mehr: Mit der Erwartungshaltung der Fans spielt man nicht! Da kennt der Fan keinen Spaß.
Unabhängig ob kreativ wertvoll oder nicht – der Kommunikationskontext ist sehr schlecht gewählt worden. Das Schlimme: die Aktion wird nicht dazu beitragen, dass Vereine & Organisationen mutiger im Social Web werden. Und das, obwohl der FC Bayern bis dato für digitales Fan-Engagement vorbildlich unterwegs war. Leider wurde der Kontext (Niederlage gegen Gladbach, Reus-Wechsel zum BVB, diverse weitere Transferspekulationen und die Reaktionen der Fans) komplett falsch eingeschätzt. Der angekündigte Knaller ist dem Rekordmeister so leider in der Hand explodiert. Sehr schade, den die Absicht des Vereins ist eine sehr gute gewesen.
Bleibt zu hoffen, dass die Bayern schnell aus dieser Schürfwunde lernen und bei der nächsten Aktion Kontext und Fan-Erwartungen stärker berücksichtigen.
Julian Grandke: Ich finde die Aktion mehr als unglücklich. Für einen Spaß ging das echt zu weit und keiner hat gelacht. Zudem verliert der Verein an Glaubwürdigkeit, speziell was seine Social-Media-Präsenz angeht. Das gibt den vielen Nutzern, die auf den „Gag“ hereingefallen sind, nachhaltig eine skeptischere und distanziertere Haltung bei ähnlichen Status-Updates. So etwas kann dann nur die Zeit heilen, ist aber erst einmal sehr ärgerlich. Vor allem wenn man dabei ist die Social Media Aktivitäten auszubauen.
Alternativ zu der Aktion hätte man maximal für 14 Uhr eine Pressekonferenz ankündigen können – ohne ein Thema zu nennen. Das würde ausreichend Platz für Spekulationen geben – unter Fans aber auch in den Medien, die man dieses Mal völlig außer Acht gelassen zu haben scheint. Und man muss sich nicht dem Vorwurf der (direkten) Täuschung gefallen lassen. Doch selbst so etwas ist in einem so sensiblen Umfeld wie Profifussball grenzwertig. Hätte man mit einem lustigen (!) PK-Video aber noch eher retten können.
Seine Fans einzubeziehen via Facebook oder anderen Social-Media-Kanäle ist an sich etwas gutes. Aber man sollte einen Moment über die möglichen Ergebnisse so einer Aktion nachdenken – und zwar für alle Szenarien. Wenn Emotionen im Spiel sind, sollten die Alarmglocken immer schrillen. Darüberhinaus „Du bist der Star“, „Du bist der 12. Mann“ etc. ist aber nun wirklich sowas von 2006. Auch an der Stelle ist Nachholbedarf da.
Jonathan Müller: Die Idee den Fan ins Zentrum zu stellen ist wunderbar. Auch die Bilder, welche die App dann letztendlich zu Tage gebracht hat, waren für den Fan wunderbar. Wer schmunzelt nicht, wenn der Sportdirektor seines Lieblingsvereins das Trikot mit seinem Namen auf dem Rücken hoch hält? Wer freut sich nicht, wenn auf der Website eine Meldung mit seinem Bild stehen wird? Wer fühlt sich nicht gebauchpinselt, wenn seine Lieblingsspieler ihn persönlich ansprechen?
Was allerdings nur schwer verständlich ist, ist der Fakt dass mit den Erwartungshaltungen der Fans gespielt wurde. Sehr ungeschickt ist die Formulierung der „FC Bayern München verpflichtet einen neuen Spieler. Live-PK um 14.00 Uhr exklusiv auf Facebook“. Hier wird eine enorme Erwartungshaltung aufgebaut, welche selbst im Falle einer tatsächlichen Verpflichtung für Enttäuschung bei dem ein oder anderen gesorgt hätte. Dass dann am Ende überhaupt kein Spieler präsentiert wurde dürfte den meisten Fans, welche in der Zeit bis zur Pressekonferenz heiß diskutiert haben, sehr bitter aufgestoßen sein.
Zu groß ist die Vorfreude auf einen Spieler auf Weltklasseniveau. Grade bei einem Klub wie dem FC Bayern sind möglichen Spekulationen doch überhaupt keine Grenzen gesetzt. Das ist wie, wenn Wochen vor den Heiligen Abend nur vom ferngesteuerten Auto gesprochen wird und dann die Wollsocken von Oma da liegen.
Hauke Hagen: Unabhängig von der Kommunikation dieser Aktion: Wie viel Sinn macht es, den Fan als NEUverpflichtung einzubinden? Der gemeine Fan ist doch verdammt stolz darauf, schon seit Jahren … äh … Jahrzehnten dabei zu sein. Und nun wird er zur Neuverpflichtung, die man plötzlich dringend benötigt …?
Georg Mahr: Ein erstes Beispiel dafür, dass Social Media (zumindest für Großvereine) keine Spielwiese mehr ist, auf der man mal ein bisschen experimentieren kann. Jetzt zählt’s schon. Derlei Aktionen müssen sitzen und dürfen nicht durch ein paar Problemchen gehindert werden. So eine Aktion muss von Anfang bis Ende pfeifen und darf keinen Raum zum Stottern bieten. „Mia san PR-Eigentor“ ist gar nicht mal so schlecht.
Christoph Luke: Steinigt mich, aber ich fand die Idee an sich gar nicht sooo schlecht. Man hätte vielleicht das Wording im Vorfeld ein bisschen abschwächen müssen, weil ja wirklich einige Zeit fast jeder der Meinung war, es wird tatsächlich ein neuer Spieler präsentiert. Es ist schwierig, in so einem sensiblen Umfeld wie Fußball sowas zu machen. Das „Schlimme“ für den Bayern-Fan war ja, dass viele Medien aufgesprungen sind und die Pressekonferenz angekündigt haben.
Epilog: Es war ein gewaltiges Gewitter, das dort über die Pinnwand des deutschen Rekordmeisters gezogen ist. Innerhalb von wenigen Stunden fanden sich hunderte giftige Kommentare und auf Twitter konnte man im Sekundentakt Nettigkeiten vernehmen, die man höchsten von den Stehplätzen der unteren Ligen kennt. Anlass genug für die Bayern, um sich offiziell (aber irgendwie nicht sonderlich überzeugend) bei ihren Fans zu entschuldigen.
die vier am eck – gedanken zu social media und sport #22
Keine Woche ohne dass wir unser #digisport-Lab vergrößern können. Wir haben schon wieder zugeschlagen. Aber immer mit der Ruhe und alles bei seiner Zeit. Namen werden erste veröffentlicht, wenn die Tinte auf dem Vertrag trocken ist.
Die Idee hinter „die vier am eck“ ist relativ einfach und bleibt dennoch gleich: Jede Woche setzen sich vier von uns Verrückten zusammen und diskutieren eine These zu Social Media und Sport (und darüber hinaus).
These: Klubs verstehen nicht wer ihre Millionen von Fans sind – Und haben auch kein wirkliches Interesse daran Lies mehr …

digisport-talk mit euch