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Wie die Medien den Sport verändern

Die DGPuK, die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, feiert 2013 ihr 50-jähriges Bestehen. Im Zuge dessen werden 50 Wissenschaftlern aus allen Sparten der Kommunikation Fragen gestellt, um den Wandel der Medien im Allgemeinen wie Speziellen zu beleuchten.

Gestern wurde die 39. Frage gestellt, die an Marco Dohle und Gerhard Vowe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ging.

Wie verändern Medien den Sport?

Ihr lesenswerte Antwort in Auszügen:

„[…] Manchmal können zwei Millimeter relevant sein. Im Jahr 2000 beschloss die International Table Tennis Federation, dass Tischtennisbälle bei offiziellen Wettkämpfen einen Durchmesser von 40 Millimeter haben müssen. Zuvor waren es 38 Millimeter. […] Die Bälle sollten größer, dadurch langsamer und für die Zuschauer in den Hallen und insbesondere vor den Bildschirmen besser sichtbar werden. Sie sollten also fernsehgerechter fliegen. Größere Tischtennisbälle sind damit – so die Behauptung – ein Beispiel für eine zunehmende Orientierung des Sports an medialen Erfordernissen, vor allem des Fernsehens. […]“

oder auch

„[…] Aber warum passt sich der Sport eigentlich an? Sportverbände und -ligen orientieren sich an den Medien, um für diese – im Vergleich zu anderen Sportarten oder nicht-sportlichen Ereignissen – attraktiver zu werden. Dabei ist öffentliche Aufmerksamkeit aber nicht das zentrale Ziel, sondern das Geld, das sich mit ihr verbindet. […]“

Ihre ganzen Ausführungen gibt es auf der Seite der DGPuK zu lesen, zeigen aber auf, dass sich der Sport in vielerlei Hinsicht verändert. Darunter gehört bei allem (noch verbliebenem) sportlichen Gedanken aber sicher immer wieder auch die Frage und Suche nach dem großen Geld.

Amerikanische Verhältnisse, die jede Auszeit zu einem Lückenfüller für Werbespots machen, sind hierzulande immer noch extrem ungewohnt, für Randsportarten wie Basketball zum Beispiel aber auch der einzige Weg, um für TV-Sender in der Übertragung auch nur ansatzweise attraktiv zu bleiben. Wenn die Quote schon nicht stimmt, dann sollen wenigstens die Werbeminuten die Kassen ein wenig füllen.

Vor diesem Hintergrund empfehle ich auch das fiktive Szenario, das Jens Peters drüben bei Catenaccio aufgezogen hat. Dabei beleuchtet er den Einsatz des Videobeweises am Beispiel des Champions-League-Spiels von Borussia Dortmund gegen Malaga, das bei aller Dramatik auch erst durch zwei Abseitstore seinen ganz eigenen Twist bekam. Dabei fragt er nicht nur, was wäre, wenn ein Oberschiedsrichter ähnlich dem Eishockey oder American Football entscheidend auf den Spielverlauf Einfluss nimmt, sondern auch, zu welch Entertainmenthölle der Sport verkommen kann, wenn jede Unterbrechung für Werbung, Split-Screen und Co. ausgeleuchtet wird.

photo credit: laffy4k via photopin cc

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