so geht second screen im sport – fans machen stimmung beim geisterspiel

In der Arena herrscht gähnende Leere – Das Einzige was man hört sind laute Kommandos der beiden Trainer. Zwischendurch mal ein Pfiff – Ansonsten Totenstille. Vor den Toren kämpft der Mob mit der Polizei. Es fliegen Gegenstände, Rauchbomben, Tränengas und alles was nicht niet und nagelfest ist.

Zugegeben: Ein wenig überzogen dargestellt. Allerdings hat die tunesiche Regierung festgelegt dass alle Spiele in der ersten tunesischen Fußball-Liga unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen.

Wenn eine Regierung ein solches Verbot ausspricht, dann ist es nicht leicht sich als Klub dem zu widersetzen. Aber mit ein wenig Kreativität und ein paar digitalen Hilfsmitteln lässt sich auch ein solches Verbot lässig umkurven

Ich finde eine ganz wunderbare Idee und eine großartige Verknüpfung zwischen On- und Offline via second Screen. Ich bin mir sicher dass es nicht lange dauert und wir sehen diesen Ansatz in anderen Ligen! Darijans Tweet wirft allerdings eine berechtigte Frage auf: Geht so die Fankultur des Sports vor die Hunde?

Lese-Tipp: „How ESPN Brings Big Plays To The Small Screen“

Wer Zeit für einen guten und informativen Beitrag zum Einsatz cleverer Second-Screen-Strategien hat, dem empfehle ich einen Abstecher zu Fast Company. Unter dem Titel „How ESPN Brings Big Plays To The Small Screen“ hat Ryan Spoon, Senior Vice President Product Development bei ESPN Digital Media, ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert.

Der Erfolg hinter der Omnipräsenz von ESPN auf Smartphone, Tablet und Co. während der Live-Übertragungen und Wiederholungen ist ebenso simpel wie sinnig: Der Fokus für die beste Fan-Experience während der Übertragung, vollkommen unabhängig davon, wie groß der Bildschirm ist und wie seine primäre Funktion, wenn man noch mehr anbieten kann.

Die wichtigsten Faktoren:

  • Verknüpfung von TV und Device als Symbiose für das beste Erlebnis, egal auf welchem Bildschirm.
  • Die Komponenten „live“ und „social“ zusammenbringen, damit alle aktiv teilhaben.
  • Auf die Wünsche der Community hören und diese umsetzen – siehe SportsCenter Feed.
  • Nicht in Web-Formaten und -Strukturen denken, sondern applikationsspezifisch, da sie Dinge ermöglichen, die eine Website einfach nicht kann.
  • Nicht in starren Mustern denken, sondern transformativ, um aus dem Gegebenen noch mehr rauszuholen.


  • Eine ungemein spannende Materie, die auch in Deutschland noch enormes Potential hat.