400046_10150607873300931_320049750930_11474573_244247475_n

sponsor gesucht – schleichwerbung oder geschickte integration?

Was bei den Stars und Sternchen des Musik- und Filmgeschäfts schon lange zum Daily Business gehört, sorgt bei vielen Sportfans für Abneigung und Ablehnung oder gar Untersuchungen wegen Schleichwerbung. Bezahlte Nachrichten der Sportstars an ihre Fans und Follower in den verschiedenen Social Networks sind allerdings schon längst in Sport angekommen.

Nur eins übersehen viele – vor allem auf der Seite der Vermarktung der Athleten – dabei: Ganz im Gegensatz zu eine Anzeigenwerbung oder einem TV-Spot gibt jetzt eine direkte Rückkopplung. Abgesehen von negativem Feedback wird die Antwort der Fans in der Regel ein fragende sein. Längst reicht eine bloße Empfehlung des Athleten nicht mehr aus.

Es verwundert nicht, dass Rio Ferdinand – mittlerweile berühmt für sein großartiges Verständnis Zugang zu seinen Fans via Twitter zu suchen und zu finden – in der Kritik für einen dämlichen sponsored Tweet für Snickers steht.

Das der Berater des Sportler die Dollarzeichen in den Augen hat, wenn dieser liest, dass Snopp Dogg oder Kim Kardashian für jede ihrer bezahlten Nachrichten angeblich über 10.000 $ bekommen, kann man bestens verstehen. Dieser Wunsch wird aber nicht nur seitens der Berater an den Sportler herangetragen, sondern auch seitens der Sponsoren.

Dies muss aber nicht immer so plump geschehen, wie im Falle Ferdinand. Devon O´Neill beschreibt in seinem Artikel The Social Media Contract wunderbar, wie Sponsoren vertraglich und in der Praxis ihre Partnerschaften mit den Athleten umsetzen: Da werden eigene Incentive-Programme in den Vertrag mit dem Sportler eingebaut, welche Bonusauszahlungen für jeden 5.000. neuen Follower auf Twitter oder das Überschreiten einer gesetzten Anzahl an Views eines Videos umfassen. So behaupten manche Sportler, mittlerweile nahezu 40 Prozent ihres Einkommens via Social Media zu machen.

Der Frage nach der Monetarisierung der Social Media Präsenzen jagen allerdings nicht nur die Berater, Sponsoren oder gar die Athleten selbst hinterher, sondern längst haben einige Start-Ups ihr Chance gewittert mit den Sportlern und Sponsoren dickes Geld zu verdienen. Da werden mittels verschiedener Algorithmen Spieler und Unternehmen über eine Plattform zusammengebracht, welche über die Performance der bezahlten Tweets der Athleten einen Preis für deren Updates errechnet. Ob das Fit zwischen Botschaft und Zielgruppe dann tatsächlich stimmt steht scheinbar im Hintergrund.

Für mich bleibt der entscheidende Faktor der Athlet selbst. Manche haben dieses Talent ihrer Sponsoren be-, un- oder unterbewusst zu integrieren. Kreativität, Extrovertiertheit und Humor sind nur ein paar Bausteine. Wer diese Talente als Sportler nicht besitzt, sollte sehr vorsichtig seine Partner integrieren. Denn wie hat es Scott Monty (Head of social media at Ford ) so schön formuliert: „Social Media ist das Kokain der Kommunikationsbranche.“ und „intensiviert die Persönlichkeit eines Unternehmens“ übersetzt Mirko Lange. Dass dies auch für Sportler gilt brauch hier wohl keiner Erläuterung mehr. Eine durch einen Athleten schlecht kommunizierte Kampagne, verliert also nicht nur an Wirkung, sondern verstärkt den gegenteiligen Effekt. Aber hierzu fragt ihr am Besten direkt bei @Snickers oder @RioFerdy5 nach.

Bild: Ulf Duda

3 thoughts on “sponsor gesucht – schleichwerbung oder geschickte integration?

  1. Pingback: Sponsoring & Twitter - Integration von Sponsoren in Tweets

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s