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gastbeitrag: vom campus in die loge

Irgendwann im November 2011 – 9.50 Ortszeit Salzgitter. Der Vorlesungssaal und deren Besucher wirken merkwürdig glamourös. Dazu sind alle Plätze belegt. Spür- und greifbare Vorfreude breitet sich immer weiter aus. Statt den üblich eher mäßig besetzten Vorlesungen am Montagmorgen steht Wolf-Dieter Poschmann am Rednerpult und bittet Martin Kind auf die Bühne. Augenreiben, noch ein kräftiger Schluck Kaffee- sie sind es tatsächlich. Doch was machen diese Persönlichkeiten des deutschen Sports plötzlich in Salzgitter? Ist diese Stadt doch abgesehen von einem riesigen Stahlproduzenten und dem Charme landschaftlicher Weitläufigkeit nicht gerade mit Attraktionen gesegnet. Der Grund warum diese und weitere bekannte Personen den Weg nach Salzgitter gefunden haben, ist schnell ausgemacht. Einmal jährlich findet an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft der Kongress „Blickpunkt Sportmanagement“ statt. Organisiert wird das Ganze von Studenten aus dem fünften Semester. Neben potenziellen Arbeitgebern, welche sich für zukünftige Sportmanager-Innen vorstellen, liegt der Fokus vor allem auf den qualifizierten Gästen der Veranstaltung, welche über speziell ausgewählte Themen aus dem Bereich des Sportmanagement referieren und diskutieren.

Hatte manch ein Student vor dem ersten Semester noch den Traum, einem Christian Nerlinger Konkurrenz um seinen Posten zu machen, so sollten spätestens die vielfältigen Ausführungen während des Kongresses deutlich gemacht haben, dass der gewählte Studiengang hauptsächlich Personen für die Management-Ebenen zwei bis drei hervorbringt. Selbstverständlich gibt es auch immer wieder positive Ausreißer, welche durch besondere Fertigkeiten bis in die Spitze des Sportmanagements vorstoßen.

Um diesen steinigen Weg nach oben bestreiten zu können, zeigte der ehemalige HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann anhand von 11 Fähigkeiten auf, welche Tugenden aus seiner Sicht von besonderer Bedeutung sind. Diese Fertigkeiten, welche nett in einem 4-4-2 verpackt waren, umfassten neben Fleiß, Neugier und Beharrlichkeit auch Kommunikationsfähigkeit, Hands-on, Handlungsschnelligkeit, Teamfähigkeit und führten bis zu Führungsqualität, Abschlussstärke, Visionen, sowie Freunde an der Tätigkeit. Da eine einzelne Person im seltensten Fall all diese Qualifikationen vereint, lag es Hoffmann besonders am Herzen weiterzugeben, sich auf mindestens eine seiner Stärken zu besinnen, mag sie noch so unbedeutend erscheinen. Sofern diese kontinuierlich verbessert und in Kombination mit anderen angewandt wird, kann sie als besonderes Merkmal den oft zitierten Unterschied ausmachen.

Der Aufbau eines großen und vor allem qualifizierten Netzwerkes, wird allgemein als wichtigster Faktor für eine erfolgreiche Karriere angesehen. Neben den fachlichen Qualifikationen, welche beispielsweise an der Hochschule gelehrt werden, ist es laut Meinung der Experten überaus wichtig, sich nicht ausschließlich auf das Studium zu fokussieren. So können vor allem durch Praktika, Engagement in Vereinen und Verbänden, oder durch Besuche von Kongressen und anderen Veranstaltungen, Erfahrungen und Kontakte geschaffen werden, von denen die angehenden Sportmanager nachhaltig profitieren können. Weitere Punkte, welche in Richtung der vorgestellten 11 Tugenden gehen, wurde beispielsweise von Andreas Rettig, welcher in der Runde den größten Beitrag zur eigentlichen Fragestellung lieferte, mit „bedingungsloser Leidenschaft“ und dem konsequenten Vertreten der eigenen Meinung, aufgegriffen . Ebenso nicht vernachlässigt werden sollte laut Rettig der Punkt, die eigenen Ideale und Ideen auch anderen Personen gegenüber täglich vorzuleben und diese dadurch in den Bann zu ziehen.

Insgesamt war es eine Veranstaltung mit vielen interessanten und abwechslungsreichen Vorträgen und auch Diskussionen zu der Thematik „Berufsfeld Sportmanagement – Vom Campus in die Loge?!“ zu Ende. 2012 wird zur gleichen Zeit wieder ein solcher Kongress stattfinden. 2011 hat das Semester, in dem ich auch studiere, die ehrenvolle Aufgabe, die 12. Ausgabe der Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Also das Datum besser gleich dick und fett im Kalender anstreichen und Ende November 2012 einen Besuch in Salzgitter einplanen. Für Impressionen und Vorträge in ganzer Länge, ist darüber hinaus der Youtube-Kanal des Kongresses zu empfehlen.

Bild: Flickr.com / Kitsu

Matthias Schneider

Über Matthias Schneider: Der Studiengang Sportmanagement ist sicher nicht der traditionellste und bekannteste. Doch was für mich zählt, ist die Begeisterung für den Sport. Deswegen lieber einmal mehr den Studiengang erklären, als nicht das zu machen, was ich will, was mir liegt- mich dem Sport zu widmen. In diversen aktiven Formen, hauptsächlich aber passiv. Was macht den Sport aus, wie wird er vermarktet, was sind die Besonderheiten? Dies sind Gründe für das Studium in Salzgitter. Diese (und weitere) sind Gründe für das Engagement bei ImPuls – Studentische Sportberatung e.V. Dies sind Gründe um Erkenntnisse zu gewinnen, neue Blickwinkel und Perspektiven zu suchen – beispielsweise die Verbindung von Sport und Social Media. Dies ist was ich mache.

One thought on “gastbeitrag: vom campus in die loge

  1. Das ist wirklich eine spannende Veranstaltung, zu der ich nur zu gerne gekommen wäre.. Habe mir damals dann das Interview mit Herrn Kind auf YouTube angeschaut. Die anderen Videos werde ich beizeiten mal folgen lassen. Scheinen ja auch lohnenswert zu sein.

    Ich finde solche Zusammentreffen zwischen Studenten und echten Größen der Branche sehr sinnvoll. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern vor allem in Sachen Inspiration und Motivation. Wobei der ein oder andere Ratschlag sicher nicht schaden kann. Die Erfahrung spricht ja für sich. Finde ich auf jeden Fall gut und spannend, dass ihr das an der Hochschule organisiert.

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