Champion BVB

fans des bvb stürmen die pinnwand von holstein kiel

Was gibt es Schöneres als Rivalitäten zwischen verschiedenen Fan-Gruppierungen? [Disclaimer: Wenn es einigermaßen gesittet zugeht.] Da ist der Kreativität keine Grenze gesetzt und als “neutraler Beobachter” ertappt man sich doch das eine oder andere Mal beim Schmunzeln. Nicht ganz so lustig war allerdings die Reaktion der Fans und Spieler von Holstein Kiel in der Pokalauslosung der ARD – mit Folgen für die offizielle Fanpage des Klubs auf Facebook.

Vor laufenden Kameras grölten die hinzugeschalteten Fans und Spieler (!) des Viertligisten – für den Fernsehzuschauer unüberhörbar – Schmähgesänge in Richtung der Dortmunder über deren vermeintlich diffizilen Familienverhältnisse. Die Reaktion der Fans aus Dortmund ließ nicht lange auf sich warten. Die Fans des deutschen Meisters haben zum Flashmob auf der offiziellen Fanpage von Holstein Kiel aufgerufen und binnen Sekunden die Seite mit Bildern, Grafiken und Beiträgen gefüllt:

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Auf den Lippen brennt die Frage, warum hat man sich nicht sofort für diesen Fehltritt entschuldigt? Ein schnelles Handeln – nicht nur via Facebook – wäre sicherlich angebrachter gewesen, als den Einzug ins Viertelfinale zu feiern. Der Freudentaumel bekommt so einen faden Beigeschmack …

Aber die eigentlich interessante Frage ist doch jene: Wie kann der Klub (in Person von „Julia, Patrick und Olaf“) jetzt auf diese – nennen wir es ruhig so – Aktion reagieren?

Wir haben kurz unseren Kommunikationsspezi Daniel gefragt, welche Optionen Holstein Kiel nun ziehen könnte:

Die technischen Möglichkeiten sind schnell aufgezählt.

Option 1: Man macht die Pinnwand komplett dicht und erlaubt keine weiteren Kommentare von Fans. Das hilft für den Moment, aber die BVB-Fans dürften einen langen Atem haben, um sich spätestens zum Pokalspiel wieder zahlreich zu melden.

Option 2: Man wechselt in der Darstellung der Kommentare per Default auf die alleinige Anzeige der eigenen Updates, so dass Fan- und Fremdkommentare bis auf Weiteres ausgeblendet sind. Der User selbst kann dann manuell mit ein paar Klicks zwar wieder switchen und sich das ganze Ausmaß ansehen, aber diesen Move bringen in der Regel nur wenige User.

Option 3: In viel Kleinarbeit und mit hohem Aufwand durch alle Kommentare gehen und diese für andere User ausblenden. Das ist ein netter, wenn auch nicht ganz sauberer Trick. Der Kommentator sieht sein Update noch. Ebenso seine Freunde, die darauf aufmerksam wurden. Aber alle anderen, die nicht mit ihm befreundet sind, kriegen den Kommentar nicht angezeigt. Das sorgt auf den ersten Blick für extrem viel Ordnung und Entspannung und ist nicht mit Zensur oder dem Löschen eines Updates gleichzusetzen. Aber, wie gesagt, es ist ordentlich Arbeit das alles jetzt noch nachzuholen.

Option 4: Nichts tun und den Sturm einfach toben lassen. Es sieht zwar nicht sonderlich schön aus, aber es wird vorbei gehen. Und dann kann man im Nachgang immer noch auf Option 3 zurückgreifen, wenn sich alles etwas beruhigt hat.

Option 5: Und das scheint man gerade getan zu haben (Stand: 15:20 Uhr) – die Page komplett unsichtbar machen. Ein aus Sicht der Öffentlichkeit ganz unglücklicher Move, aber für die Verantwortlichen wohl die Notbremse, die man einfach ziehen musste, weil man mit der Situation nicht gerechnet hat. Die wenigsten Fußballvereine haben derlei Erfahrungen auf dem Konto. Interessant wird nun sein, wie man im Nachhinein mit den Kommentaren umgeht.

Die sinnvollste Option wäre natürlich gewesen sich umgehend zu entschuldigen, Demut zu zeigen und dann die Nerven zu bewahren. Denn das Stürmchen wäre so oder so an die Küste gezogen.

Das wäre also ein möglicher Ansatz, wenn man sich nur die Technik anschaut. Nun auf allen unterschiedlichen Plattformen jetzt dieselbe Botschaft zu spielen – und hier ist als allererstes einmal eine aufrichtige Entschuldigung der Verantwortlichen gefragt – sind die Herausforderung, die es jetzt zu bewältigen gilt. Nur allzu lang sollte mit der Reaktion nicht gewartet werden.

Bild: Flickr.com / Peter Fuchs

Dank an Tim Gerbrecht für´s Aufspüren des Videos!

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4 Gedanken zu “fans des bvb stürmen die pinnwand von holstein kiel

  1. ‎Super Idee mit Holstein Kiel heute, was ich weniger schön finde ist das Facebook MEINEN KOMMENTAR auf MEINER TIMELINE mit Link auf die Kieler FB-Page einfach so gelöscht hat… ZENSUR nennt man das glaube ich…und wer einfach etwas auf der Timeline löschen kann, der kann auch hinzufügen…

  2. Pingback: die vier am eck – gedanken zu social media und sport #20 « der sportmanager

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