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die vier am eck – gedanken zu social media und sport #6

Heute werden keine langen Reden geschwungen. Es ist Mittwoch. Ihr wisst, was jetzt kommt …

Die Idee hinter „die vier am eck“ ist relativ einfach: Jede Woche setzen sich vier von uns Verrückten zusammen und diskutieren eine These zu Social Media und Sport.

These: Klubs und Spieler leben mit ihrer Kommunikation via Social Media immer noch in zwei Welten.

Daniel sagt …: Wie sollte es auch anders sein? Die einen machen es einfach, die anderen müssen es erst lernen.

Man muss hier ganz klar unterscheiden. Klubs sind Konstrukte, die vielschichtig aufgebaut sind. PR, Marketing, Presse, Fan-Management, Ticketing, Präsidium usw. usf. … Jeder will seinen kommunikativen Teil vom Kuchen haben, um das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit mitbestimmen zu können. Jede einzelne Abteilung will berücksichtigt und beachtet werden, wenn es an die Planung der Kommunikation geht. Dazu kommen noch interne Vorschriften wie CI und CD, offizielle Wordings, Abstimmungsprozesse … Wenn – im Speziellen bei großen Vereinen, die extrem viel Wert auf ihren Auftritt legen – dann jedes Update zum vermeintlichen Staatsakt wird, dann verwundert die langsame Entwicklung nicht.

Ein Spieler ist – ganz einfach gesprochen – in erster Linie nur für sich selbst verantwortlich. Wenn sein Klub über eine Social Media Guideline oder Governance verfügen sollte, hat er sich daran zu halten, ist ansonsten aber so gut wie unabhängig von Vorgaben und Regeln.

Dementsprechend bewegen sich Klubs wie Spieler auch unterschiedlich schnell. Die einen lernen gerade noch das Laufen, in der ständigen Angst hinfallen zu können, während die anderen unbesorgt bis naiv einfach sprinten und schauen, wohin ihre Beine sie tragen … Interessant wird sein, wann sich beide Seiten in ihrem Tempo angleichen werden, um das Optimum herauszuholen.

Georg sagt …: Social Media bedeuten Chancen wie Risiken. Sportler und Klubs sehen es aus der jeweils anderen Warte.

Was ist Social Media für Klubs und was für Spieler? Für den Klub wird Social Media ein weiterer Marketing- und Kommunikationskanal sein, für den Spieler ein willkommenes Sprachrohr um endlich nicht mehr den leidigen Umweg über die Medien zu gehen. Direkt mit den Fans kommunizieren, ohne Schaltstelle dazwischen. Was für Manchester Uniteds Rio Ferdinand (folgt dem Mann!) längst selbstverständlich ist, kann sich in Zukunft noch mehr durchsetzen.

Spieler sehen in Social Media vermutlich eher Chancen und Möglichkeiten, wohingegen Klubs und Vereine Risiken und Gefahren in der neuen Kommunikation sehen. Ich denke, dass für beide Seiten eine Palette an verschiedenen Szenarien bereitsteht. Risiken gibt’s für Spieler wie für Klubs, genauso aber wie Chancen. Nutzt sie!

Hauke sagt …: Potenziale werden noch nicht ausreichend genutzt, um aus zwei Welten eine zu machen

Super, wenn Vereine verstanden haben, dass es gut für die Marke ist, mit ihren Fans im Social Web zu kommunizieren. Auch super, wenn Spieler verstanden haben, was moderne Kommunikation über Social Media ihnen in Sachen Personal Branding bringen kann – unabhängig von ihrem Arbeitgeber. Mir fehlt noch zu sehr die Vernetzung dieser zwei Welten. Ich möchte den Verein sehen, der für exklusive Insights auf die Präsenzen seiner Spieler verweist. Und ich möchte den Spieler sehen, der die offiziellen, „seriösen“ Meldungen seines Vereins auch für die eigenen Zwecke nutzt. In den meisten Fällen bleibt es bei den zwei Welten.

Beispiel gefällig? Soeben habe ich mir spontan die Facebook Page einer der bekanntesten Marken angeschaut, und zwar die des FC Bayern München. Danach die des Bayern-Torwarts Manuel Neuer. Am 22. August wird vom FCB gegen 16 Uhr ein Foto von Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger im Aufzug eines Hotels gepostet. Knappe fünf Stunden später postet Manuel Neuer das gleiche Foto auf seiner Facebook Page. Hier hätte man sehr schön den vorhandenen Inhalt weiterverwenden können. Warum wurden die Möglichkeiten des Internets – in diesem Falle simples Einbetten bzw. Link-Referenz – nicht dafür genutzt, um Marke und Spieler gemeinsam zu kommunizieren?

Ist es der Mangel an Know-How? Oder ist die Vereinigung der Welten seitens der Vereine im schnelllebigen Sportbusiness hinsichtlich der Unabhängigkeit von ihren Superstars überhaupt nicht gewünscht? Was passiert, wenn ein Lionel Messi den FC Barcelona verlässt und seine 24 Millionen Facebook-Fans einfach “mitnimmt”?

Jonathan sagt …: Ganzeitliche Kommunikation offline – getrennte Welten online

Die Angst vor dem, was der Spieler im Social Web so alles anstellen kann, dominiert immer noch den Glauben an den Nutzen aus einer ganzheitlichen Kommunikation, welche selbstverständlich Spieler und Klub umfasst. Eigentlich sehr verwunderlich, wenn man bedenkt, dass genau dieser Ansatz der integrierten Kommunikationsmaßnahmen bisher in allen „klassischen“ Kommunikationskanälen bedient wird.

Ob es Maßnahmen des Sponsors, Autogrammstunden, Auftritte in TV-Shows, Interviews für Klubmagazin, Website oder den eigenen TV-Kanal sind, die Spieler und der Klub gehen längst Hand in Hand. Eine professionelle Außendarstellung gegenüber TV, Print und Radio hat sich mittlerweile selbst in den untersten Ligen erfolgreich als Standard etabliert.

Doch ist das tatsächlicher Erfolg? Wohl kaum … Schaut man sich die Auftritte der „Stars“ an, so gleicht einer dem anderen. Nicht die Inhalte sind unterschiedlich, sondern lediglich die Köpfe. Austauschbar wie Mehrwegflaschen. Eintönig wie ein verregneter Novembernachmittag. Und mit Sicherheit macht der Konsum dieses Einheitsbreis auf Dauer auch genauso depressiv. Warum also nicht den Spielern bei ihren Aktiviäten im Social Web beratend zur Seite stehen und Vertrauen in den Nutzen einer integrierte Kommikation aufbauen?

Foto: http://www.flickr.com/photos/jfravel/

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