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die nfl auf twitter – feel the power

Krachend prallen die Athleten aufeinander. Die Menge tobt und johlt als gäbe es kein Morgen. Millionen vor den Bildschirmen. Ob im Wohnzimmer vorm TV, auf der Couch mit dem Tablet oder Notebook in der Hand, unterwegs vom Smartphone aus oder im Stadion auf der Tribüne. Man könnte meinen es gäbe in diesem Moment nichts anderes als den Superbowl. Diese Szene ist mittlerweile schon wieder Vergangenheit und der Blick ist nach vorn gerichtet.

Auf die Saison 2011/12. Zeit für uns in der Offseason einmal in aller Ruhe einen Blick auf die NFL auf Twitter zu werfen. Hier findet man die Liga und ihre knapp 2 Millionen Follower seit dem 24. Januar 2009. Die Fans rund um den Globus erfreuen sich an den mittlerweile knapp 4.000 Updates und drücken ihre Wertschätzung nicht nur mit der Aufnahme der NFL in ihre Listen (16.000-mal gelistet) aus.

Ein One-Way-Ticket zu NFL.com

Aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass man sich in einer parallelen Welt befindet. In einer Welt, in der die Online-Angebote der Liga nicht optimal vernetzt sind. So lässt sich auf NFL.com nur ein kleiner, in einem Drop-Down-Menu versteckter Hinweis auf den Twitter-Account finden. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Man möchte die Fans aus dem Social Web abholen und zur zentralen Anlaufstelle des Profi-Footballs – der Website – hinführen und nicht davon weg.

Bild: (Flirckr. com/photos/coreytempleton)

Einen weiteren Beleg dafür findet man bei der genaueren Betrachtung des Contents, welcher sich in den Updates auf Twitter finden lässt. Ein großer Teil der Tweets enthält Links zur Website und meistens ohne große Überarbeitung übernommene Schlagzeilen der Artikel auf der Website. Das geschieht allerdings mit knapp sieben Tweets pro Tag nicht wirklich aufdringlich. Überhaupt gehört die @NFL mit ihren durchschnittlichen 181 Tweets pro Monat zu den eher zurückhaltenden Profi-Ligen auf Twitter.

Negativ fällt allerdings auf, dass Facebook-Beiträge auf Twitter gespiegelt werden. Da Facebook dem Nutzer für ein Update mehr Platz lässt als Twitter findet der Fan mitunter Tweets, welche mitten im Satz aufgrund der 140-Zeichen-Begrenzung auf Twitter abbrechen. Man könnte also schon auf den Gedanken kommen, dass Twitter nicht wirklich viel Wertschätzung erfährt.

Mit wenig Aufwand ein wenig mehr Mehrwerte schaffen

Bis auf wenige Fragen, welche zum Antworten auf NFL.com aufrufen, ist auch nicht wirklich zu spüren, dass hier eine Interaktion mit dem Nutzer im Vordergrund steht. Twitter scheint nur ein Vehikel zu sein, mit welchem man die Leute zu den bevorzugten Plattformen bringt. An sich ein nachvollziehbarer Gedanke. Trotzdem stellt sich die Frage ob sich aus dem Potenzial von 2 Millionen Followern nicht noch mehr „herausholen“ ließe.

Zum Beispiel durch das Listen verschiedener Twitter-Accounts zu Themen der Liga. Die @NFL führt selbst führt keine Listen. Hier könnte man allen durch das Zusammenstellen der Spieler, Teams, Reporter und Fans in vier Kategorien ein spannendes Angebot schaffen, welches dem Fan und der Liga einen echten Mehrwert und gleichzeitig keine ständige Pflege mit sich bringt.

Aktuell folgt die Liga einem Bruchteil dieser Personen, macht dies allerdings nur zu ihrem Vorteil. Der Fan kann davon nicht profitieren. Es sei denn die Liga retweetet die Personen denen sie folgt. Aber selbst das geschieht nur in sehr spärlichem Ausmaß.

Vorbildlich: Der König spricht zum Volke

Was auf Seiten der Listen negativ auffällt, ist auf Seiten der Verantwortlichen der Liga auf Twitter umso lobenswerter. Roger Goodell, seines Zeichens Comissioner der National Footbal League, zeigt wie es geht. Unter @nflcommish tritt er mit seinen knapp 150.000 Followern in Interaktion, stellt sich Fragen und bedankt sich für die Unterhaltungen direkt bei den Fans, auch wenn sie nicht einer Meinung sind. Und äußert sich sogar zu so strittigen und politischen Themen wie dem Lockout.

Bild: flickr.com/photos/amatuerphotographer

Auch wenn der Chef der Liga nicht immer zur Verfügung stehen kann, und es schon gar nicht in erster Linie zu seinen Aufgaben zählt mit den Fans auf Twitter zu kommunizieren, so findet man den Mann und seinen Ansatz auf Twitter sympathisch. Und wenn nicht, dann springen einer Fülle anderer Personen der NFL in die Bresche und helfen aus: @michaelombardi, @NFLprguy, @InsideNFLmedia, @NFLNetwork, @NFLFilms und @PlayerEngage. Warum man all diese Personen nicht auf den Listen der Liga findet bleibt ein Geheimnis.

I feel the power

Als Fan der amerikanischen Ligen und all dem was sie sich so im digitalen Bereich einfallen lassen liegt mir nichts ferner als hier nur Kritik zu äußern. Aber ein wenig enttäuscht bin ich ganz ehrlich schon von dem Angebot auf Twitter. Aber diese Enttäuschung hält nicht wirklich lang an, wenn man sich die handelnden Personen der Liga auf Twitter anschaut.

Grade der Ansatz mit dem Commissioner auf Twitter finde ich sehr spannend und Roger Goodell scheint die Interaktion mit den Fans auch ernst zu nehmen und mit einem echten Ansatz zu betreiben. Da zeigt sich die wahre Kraft der Social Media – in diesem Falle eben Twitter – ganz deutlich. Grade wenn es darum geht sich der Kritik zu stellen und für Verständnis für Prozesse hinter den Kulissen bei den Fans zu sorgen.

Ohne die nötigen Einsichten in die Statistiken von NFL.com zu haben. Kann man sagen, dass Twitter ein zugkräftiges Vehikel für die Liga ist, die Interessierten und Fans dort abzuholen wo sie grade online sind und auf ihre Website zu bringen. Dieses Ziel scheint über allem zu stehen und ist auch nicht wirklich schwer zu identifizieren wenn man sich den Content anschaut. Von daher kann man aus Perspektive des NFL-Websmasters sagen: I feel the power.

Bild: (flickr.com / elviskennedy )

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