GSFB_Session

persönlich, sozial, lokal und erkenntnisreich vs. content overload

Die Eindrücke der ersten Session und des Gespräches mit Katarina Witt waren noch gar nicht richtig verarbeitet, als es schon wieder hieß: Laptop raus, Flipcam an und – ihr werdet es kaum glauben – Stift und Papier zur Hand. Es stand die erste Session beim Global Sports Forum auf dem Programm. Thema: „Sport, flagship content shaping the future of my brand“. Moderiert von Kevin Roberts, (Editorial Director der Sportbusiness Group und vorgetragen von Rich Riley (Senior Vice President of Yahoo! EMEA).

Die ersten Minuten des Vortrags vergingen, ehe ich bemerkte, dass es sich nicht lohnte die Kernaussagen über Twitter zu verbreiten. Zu groß die Ablenkung dabei vom Wesentlichen. Und genau das fand auf der 360° Bühne statt. Also Laptop wieder zu, Platz gewechselt und das Zentrum des Raumes im Visier:

Als erstes möchte ich mich für das schlechte und verwackelte Bild bei euch entschuldigen. Ich hoffe keinem ist schlecht. Jetzt wisst ihr warum ich keine Karriere im Biathlon gemacht habe. Aber um zu schreiben, brauch man ja keine ruhige Hand… Ok, genug davon. Das Video bringt an sich noch nicht viele bahnbrechende, aber trotzdem interessante Einsichten. Also was lässt sich aus dem Vortrag mitnehmen?

Das Problem des Content Overloads

Nicht nur mir und meinem RSS-Reader geht es im Moment so. Vielen Personen, die vielleicht nicht ganz so aktiv im Web unterwegs sind, geht es ähnlich. Wir alle haben mit einem „Problem“ zu kämpfen. Dem Content Overload. Ja, ich wähle ganz bewusst den englischen Begriff, weil er die Irrelevanz mancher Inhalte und das zunehmende „Spamming“ auf Plattformen wie facebook am treffendsten beschreibt.

Aber was dagegen tun?

Mit welchen Features reagieren die Big Player des Online-Business? Wie planen sie diesem Problem begegnen? Rich Riley beschreibt im Wesentlichen drei Aspekte.

  • „Personal“

Hmh… ich sag mal: Leuchtet ein. Content muss Relevanz für den Nutzer besitzen. Das Verhalten des Nutzers wird aufgezeichnet und damit auf ihn zugeschnittener und somit persönlich relevanter Content serviert. Verstanden.

  • „Social“

Fans wollen mit anderen Fans diskutieren, sich austauschen, verbinden oder battlen. Dadurch wird der Content personalisiert und wiederum relevant. Verstanden.

  • „Local“

Über Crowdsourcing sollen Inhalte entstehen, die eben nicht nur die großen Mannschaften aus den bekannten Ligen, sondern die Teams aus den untersten Klassen abdecken. Das klingt interessant.

Inhalte werden von einer großen Masse an Nutzern für andere Nutzer erstellt. Aber nicht nur von Nutzern für Nutzer, sondern eben von Nachbar zu Nachbar. Und damit muss nicht unbedingt der Nachbar eine Tür weiter gemeint sein. Interessen, seien sie noch so regional oder lokal, verbinden. Sie bleiben bestehen, verlieren nach einem Umzug vielleicht etwas an Kraft, jedoch die Identifikation grade im Sport bleibt doch recht hoch.

Informationen werden also aufgrund unseres Nutzerverhaltens und unserer sozialen Verbindungen im Web immer stärker individuell auf uns zugeschnitten werden. Keine Irrelevanz mehr. Kein Spamming. Kein Content Overload. An sich eine feine Sache, wenn ein System dem Nutzer das Suchen und Finden von Informationen abnimmt.

Reicht das wirklich aus?

Trotzdem fehlt mir hier noch der Drang des Menschen nach Neuem. Die Neugierde wird mir mit diesen drei Aspekten noch zu wenig abgedeckt. In einem System in dem ich Nutzer, Inhalte und andere Dinge vorgeschlagen bekomme und mich nicht selbst auf die Suche – weit entfernt von meinen „Standard-Interessen“ – bewegen kann, kann man doch nur degenerieren.

Neues wird sich immer nur in meinen bisherigen Kreisen finden lassen. Diese sind trotz der nahezu unendlichen Weiten des Webs aber auch an einem gewissen Punkt erschöpft. Deswegen möchte ich noch einen Aspekt anfügen. Dieser bezieht sich weniger auf das Problem des Content Overloads, sondern vielmehr auf die Offenheit des Menschen und das Interesse Neues zu entdecken und aufzunehmen.

  • „Insightful“

Nur wenn jeder Nutzer für sich die Möglichkeit hat, Neues zu entdecken und mit seinen (Online)Bekanntschaften zu teilen, lässt sich doch eine gesunde Bandbreite an Themen abdecken. Mit Sicherheit möchte der ein oder andere eben genau in dieser Welt leben und in seinem Sport-Netzwerk oder seiner Sportsite keine Politik-News finden. Ganz klar solche Inhalte sind irrelevant und unabhängig von ihrer inhaltlichen Qualität schlicht und einfach Spam.

Die Herausforderung liegt in der „gesunden“ Mischung zwischen den verschiedenen Bereichen. Zwischen dem Gewohntem, Altbekanntem und Erwartetem und dem Neuen, Fremden und Überaschenden.

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