mayor-missing_lbs-in-der-bundesliga

mayor missing – location based services in der bundesliga

Tradition ist doch etwas Wunderbares denkt man an die letzten zwei Wochen eines jeden Jahres. Lebt sie doch um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel erst richtig auf. Aber nicht nur in der Familie und im Kreis der Freunde sind Anhänger traditioneller Gebräuche zu finden, sondern auch im weiteren Umfeld. Denkt man an den schnelllebigen Bereich des Webs, wo ein „next big thing“ das nächste jagt um dann eventuell wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Eine Ursache für den für dieses Wechselbad der Gefühle um das ein oder andere Tool sind auch hier die Traditionen die ebenso gerne gepflegt werden wie selbige zum Jahresende. Nicht mehr wegzudenken ist dabei der Gebrauch der Glaskugel. Viele leben ihre Kreativität aus und versuchen sich als Prophet um einen Blick in die Zukunft wagen. Ebenso interessant wie unterhaltsam war die ein oder andere Prophezeiung für das Jahr 2011 und den Bereich des Social Webs zu lesen.

Eins hatten sie alle in ihrer Voraussicht gemein: Location Based Services (LBS) werden im Jahr 2011 ihren Durchbruch haben. Und ich muss gestehen, dass diese Dienste mich ebenso in den Bann gezogen haben wie den ein oder anderen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis. Deutlich wird dies vor allem wenn sich die Woche dem Ende nähert und die sportlichen Highlights auf dem Plan stehen.

Location Based Services vor dem Durchbruch in der Bundesliga?

Zu diesen Highlights zählt selbstverständlich der Besuch eines Spiels der Fußball-Bundesliga. An keinem Tag der Woche lassen sich derart viele Check-Ins im und Bilder aus dem Stadion finden wie an den Tagen des Wochenendes. Irgendwie entsteht der Eindruck, dass die Propheten zu Recht so bezeichnet werden und die Location Based Services ihren Siegeszug auch im Sport antreten werden um ebenso traditionell wie das Bier und die Bratwurst im Stadion zu werden.

Moment, wir wollen an dieser Stelle nicht der Tradition der wackligen Vermutungen frönen sondern harte Zahlen betrachten. Zahlen die uns zeigen wie häufig denn die bekanntesten Location Based Services in der 1. Fußball-Bundesliga zum Einsatz kommen.

Facebook Places vs. Foursquare

Dabei wollen wir uns der Übersicht halber einmal auf Foursquare und die Facebook Places beschränken und Tools wie z.B. Gowalla und Qype außen vor lassen. Und ganz der Tradition folgend lassen wir dem guten alten Foursquare den Vortritt in der Betrachtung der Bundesliga Check-Ins.

Betrachtet man die Balken, so fällt natürlich die unangefochtene Führung des Münchner Klubs von der Säbener Straße auf. In der Medienstadt München leben eben viele technikaffine Bürger ist man verleitet zu sagen. Zu einem ähnlich Schluss mag man kommen wenn man die Verfolger auf den Plätzen zwei bis sechs betrachtet. Runden Hamburg mit seinen beiden Stadien und Köln mit dem RheinEnergie Stadion das Bild der Medienstädte an der Spitze der Foursquare-Tabelle ab. Ausnahmen bilden da die Borussia aus Dortmund mit dem höchsten Zuschauerschnitt in Europa und die Eintracht aus Frankfurt.

Und auch bei den Places lässt sich erkennen, dass die Anhänger des Check-Ins der Allianz Arena zur Führung verhelfen. Auffällig ist dabei aber auch, dass plötzlich Stadien ganz vorne in der Tabelle auftauchen, die bei der Nutzung von Foursquare noch weit hinten lagen. Vor allem Stuttgart bzw. die Mercedes Benz Arena und das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern stechen da in Auge. Die Borussia aus Dortmund bleibt dem Verlauf der aktuellen Spielzeit 2010/11 treu und überzeugt durch Konstanz.

Das Mekka der Geeks steht in München

Beim Blick auf die Summe aller Check-Ins via Foursquare und Facebook Places treffen sich die Überraschungsmannschaft der Saison 2010/11 und der Rekordmeister an der Tabellenspitze. Beide Teams verfügen über die größten Stadien respektive den höchste Anzahl an Zuschauern bis heute und damit auch über das größte Potenzial an Check-Ins in der 1. Fußball-Bundesliga. Enttäuschend der Zweite in der Tabelle der Gesamtzahl an Zuschauern. In Gelsenkirchen scheinen die Location Based Services eher eine Randerscheinung zu sein.


Der ein oder andere wird jetzt sagen, dass man das unterschiedlichen Fassungsvermögen der Arenen berücksichtigen müsse um zu einer vernünftigen Aussage zu kommen. Dem möchte ich mich anschließen. Hier werden grade Äpfel mit Birnen verglichen. Deshalb setzen wir die Gesamtzahl der Check-Ins via Foursquare und Facebook Places ins Verhältnis zu der Summe aller Zuschauer des jeweiligen Vereins, welche die Arenen in dieser Saison besucht haben. Wir erhalten den Bundesliga-Geek-Index:

Die größten Nerds kommen vom Kiez

Und jetzt wird es richtig spannend. Klar, die Bayern liegen weiterhin vorne, aber das kultige St. Pauli zeigt, welch geekiges Publikum zu seinen Spielen kommt und erobert hier den Tabellenrang Zwei. In der Summe mit dem HSV machen die Menschen von der Elbe die Hansestadt zur nerdigsten Stadt der Bundesliga. Auch der 1.FC Köln kann sich verbessern und tauscht mit dem BVB den Rang. Und trotz aller Rivalität scheint das Bekanntgeben seines Standortes in Köln und Umgebung eine Tugend zu sein, denn die Werkself aus Leverkusen taucht plötzlich weit vorne auf.

Nette Zahlen nicht wahr? Aber wenn man sich die Zahlen an der vertikalen Achse anschaut, dann muss man sagen, dass sie eher enttäuschend sind. Im besten Fall checken 0,7 % der Zuschauer in ein Stadion der 1. Fußball-Bundesliga ein. Im Durchschnitt checken 0,4 % aller Zuschauer der Bundesliga in einem Stadion ihres Vereins ein. Und um es einmal deutlich zu machen, dass sind lediglich knapp 32.000 Check-Ins bei fast 800.000 8.000.000 (Danke für den Hinweis – die Zahl ist korrigiert) Besuchen.

Bild: (  / theswedsish )

4 thoughts on “mayor missing – location based services in der bundesliga

  1. Pingback: Tweets that mention mayor missing – location based services in der bundesliga « der sportmanager -- Topsy.com

  2. Nachdem du die Zahl der Check-Ins auf FB auf vier Prozent aller Besucher revidiert hast, muss ich doch noch auf dein Statement „Traurig aber wahr: Lediglich jeder 25ste Zuschauer in der Fußball-Bundesliga checkt im Stadion ein.“ eingehen. Nicht „lediglich“ jeder 25ste Zuschauer, sondern „schon!“ jeder 25. Zuschauer checkt ein!

    Du darfst bei aller Begeisterung für 4sq nicht vergessen, dass der Service selbst in unseren Social-Media-affinen Kreisen teils noch als exotisch gilt. Wie ist das erst beim „gemeinen Fan“, der sein Smartphone, sofern er eins besitzt, nur für Facebook (Updates, Nachrichten, …) und Mails nutzt? Da sind vier Prozent schon ein guter Wert, wie ich finde.

  3. Ich muss mich an erster Stelle für die Verwirrung entschuldigen. Es sind natürlich nicht knapp 800.000 Zuschauer bis zum 21. Spieltag in die Stadien der 1.Fußball-Bundesliga gekommen, sondern 7.825.137. Insgesamt wurde 32.168 mal vie FB-Places bzw. Foursquare eingecheckt. Somit sind die 0,4% nicht falsch. Immerhin🙂

    Allerdings ist mir somit noch ein kleiner Fehler unterlaufen… Es checkt nicht jeder 25. Zuschauer ein, sondern jeder 250. Zugegebener weise wollt ich mit dem Statement ein wenig polarisieren. Das ist gründlich in die Hose gegangen, da es eben nicht jeder 25. sondern jeder 250. Zuschauer ist der beim Spiel eincheckt.

    Wie so oft bin ich völlig bei Dir, Daniel. Ich glaube auch an das Potenzial und denke, dass diese Stats nur eine Momentaufnahme sind. Mit dem Deal des FC Bayern am Wochenende (die ersten 1.000 Check-Ins via FB-Places erhalten einen Fanschal for free) startet der erste Facebook-Deal eines europäischen Fußball-Klubs. Wie ich finde ein klares Statement. Ich würde so einiges darum geben um zu sehen, wie dieser Deal in der Allianz Arena in die Kommuniaktion um das Event „Heimspiel“ eingebunden und von den Fans angenommen wird.

    Also liebe Münchner Erfahrungsberichte sind ausdrücklich erwünscht😉

  4. Pingback: Fundstücke vom 11.02.2011 « daniel rehn – digitales & reales

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s