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sportstars auf twitter – don´t drink and drive

Wer die letzten Artikel hier im Blog verfolgt hat weiß dass ich ein großer Fan des Information- Social-Network Twitter bin. In vielen Posts hab ich mich gefreut und gelobt wie intelligent Sportler, Ligen Vereine oder Verbände das Tool für sich nutzen um in Verbindung mit ihren Fans zu treten. Dem will ich auch heute nicht widersprechen, aber manchmal kommt der Punkt, da sollte man schon einmal kritisch hinterfragen, ob Twitter mit seinen Möglichkeiten überhaupt ein geeignetes Tool für Sportler ist. Warum das Ganze?

Nun in den vergangenen Tagen häufen sich – auch in den klassischen Medien – die Meldungen über Sportstars, welche ihren Emotionen auch mit diesem Tool Ausdruck verleihen. Dies aber nicht wirklich in einem positiven Kontext. Es sind derart viele Sportler, dass man sich durchaus die Frage stellen muss: Wollen sie es nicht verstehen, oder können sie es nicht. Um euch nicht ganz im Dunkeln stehen zu lassen will ich euch zwei, drei Beispiele geben um zu verstehen worauf ich hinaus will.

Ein König auf Rachefeldzug

Mit einem nie da gewesenen Echo in allen nur erdenklichen Medien hat LeBron James im vergangenen Sommer nach sieben Jahren Treue zu seinen Cavaliers Cleveland den Rücken zugedreht und sich für die Miami Heat personifiziert durch Cris Bosh und Dwayne Wade entschieden. Zurückgelassen hat er im Wesentlichen verbrannte Erde. Seine Fans Gegner lachen ihn aus, sein Boss wünscht ihm in einem Brief an die Fans der Cavs schlechtes Karma und spielt damit auf James´ religiösen Bezug an.

Und wie das bei Sportlern so ist, können viele auf Provokationen nicht angemessen reagieren. Versteht mich nicht miss, James hat mit seiner sportlichen Leistung sehr angemessen reagiert und mit einem Sieg in Cleveland für genügend Genugtuung gesorgt. Aber dass er dann so ganz und gar nicht königlich über seinen Twitter-Account nachtritt bleibt mir ein Rätsel:

“Crazy. Karma is a b****. Gets you every time. It’s not good to wish bad on anybody. God sees everything!”

Dieser Tweet wurde ursprünglich nicht von James verfasst. Es ist ein Tweet welcher dem „King“ persönlich zugesagt und welchen er daraufhin an seine 1,3 Millionen Follower weiter getweetet hat. Aufgrund des medialen Echos in der Offline-Welt hat James im Nachhinein zurückgerudert und sich für diesen Tweet entschuldigt und zu Papier gegeben, dass er damit nicht die Cavs und ihren Besitzer meinte, sondern ein allgemeines Statement abgeben wollte.

Aber wie kann ein derartiger Sport-Superstar sich der Wirkungen auf Twitter nicht bewusst sein? Wie kann sich ein Sportler mit derart vielen Beratern und Personen im Umfeld, die sich mit den Mechanismen auskennen dazu verleiten lassen, seine Emotionen frei auf Twitter auszuleben. Ihm sollte doch bewusst sein, dass das Internet Twitter nicht vergisst.

Ist sein Tweet einmal veröffentlicht, so kann er ihn zwar aus seinem Profil löschen, nicht aber aus den aktuell knapp 15.000 Listen die James auf Twitter aufführen und Timelines seiner heute 1.300.000 Follower. Und dass nicht jeder Follower ihm Gutes möchte sollte ihm doch auch bewusst sein. Ein Retweet von einem solchen Follower später und schon kann sich diese Geschichte verselbstständigen.

Der 12. Mann ist der Schiedrichter

Völlig verselbständigt hat sich auch ein anderer Sportstar. Nicht ganz so populär wie LeBron James, aber mit Sicherheit nicht minder emotional geleitet. Ganz im Gegensatz zum Basketball – wo man am ehesten kühle Entscheidungen erwartet – bewegt sich dieser Sportstar auf einem grünen Rechteck und geht einer Sportart in welcher ausgelebte Emotionen auf dem Spielfeld dazu gehören wie Bier, Fan-Choreografien und die gute alte Blutgrätsche. Ja richtig, wir sprechen vom Fußball. Und ja, richtig wir sprechen vom (Ex-)Liverpooler Spieler Ryan Babel.

Babel hatte nach dem North West Derby zwischen Liverpool und Manchester seinem Unmut über die Entscheidungen des, zugegebener weise nicht ganz unumstrittenen, Schiedrichters Howard Webb über Twitter Ausdruck verliehen indem er ihn in einer Foto-Montage im Trikot des Rivalen aus Manchester abgebildet hatte. Garniert mit einem Kommentar, welches dem Foto noch den nötigen „Drive“ verliehen hat:

“[a]nd they call him one of the best referees? That’s a joke”.

Man stelle sich einmal vor, Babel hätte dies vor laufenden Kameras zu den Millionen an den Fernsehgeräten gesagt. Nicht minder die Wirkung auf Twitter. Bei mittlerweile knapp 200 Millionen User der Plattform und zum heutigen Zeitpunkt 190.000 Followern kann man sich gut vorstellen, dass so eine Äußerung nicht unbemerkt bleibt.

Wenig verwunderlich, dass die FA ihn mit einer Strafe belegt hat. Nicht anders wäre es geschehen, wenn er es in die Blöcke oder Mikrofone der klassischen Medien diktiert hätte. Babels Entrüstung in der Folge kann er wahrscheinlich am besten nachvollziehen. Sein Klub sieht das im Gegensatz zu ihm ganz anders. Wenige Tage später können sich entweder die deutsche Bundesliga und die TSG 1899 Hoffenheim oder die niederländische Eredevise und Ajax Amsterdam auf einen ganz besonderen Neuzugang freuen.

Don´t drink and drive

Genauso wenig die Spieler auf dem Feld ohne Verstand Erfolg haben werden, genauso wenig erfolgreich werden sie die Tools der Social Media für sich nutzen können. Und deswegen mein Appell an euch Spieler da draußen:

Ihr spielt einen Sport, indem ihr ohne taktische Mittel niemals Erfolg gehabt hättet. Ihr habt eure sportlichen Fähigkeiten euer Leben lang weiterentwickelt und sie auf ein beeindruckendes Niveau gebracht. Ihr habt stets euren Kopf dazu eingesetzt um auf dem Spielfeld und im Training erfolgreich zu sein.

Jetzt ist es Zeit, dass ihr euch auch Gedanken macht wie ihr euch in der digitalen Welt darstellt. Wenn ihr euch dazu entschließen solltet euer Image in die Richtung eines fluchenden Kneipenrüpels zu drängen, dann macht das von mir aus gerne. Aber beschwert euch nicht über die Konsequenzen die dies mit sich bringt.

Aber viel besser wäre es doch, wenn ihr euch bewusst werdet, dass ihr euch in einer (Social) Kneipe befindet. Um euch rum sind viele Millionen Menschen die sich brennend für euch interessieren. Manche sind echte Fans und würden nie etwas Schlechtes über euch sagen. Manche sind sogar eure engsten Freunde und manche wiederum sind nur Bekannte oder gar gänzlich Unbekannte.

Denen erzählt ihr doch auch nicht alle intimsten Geheimnisse eures Lebens oder euren abgrundtiefen Hass gegen einen anderen Menschen. In dieser Situation denkt ihr doch nach wie ihr euch äußert, es sei denn ihr seid völlig betrunken. Und deswegen habe ich noch eine Frage an euch: Habt ihr jemals betrunken ein Tor geschossen?

Bild: ( http://www.sxc.hu / stevekrh19 )


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Ein Gedanke zu “sportstars auf twitter – don´t drink and drive

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