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wie breitensport von social media profitieren kann

In den vergangenen Artikeln wurde viel davon gesprochen wie professioneller Sport von Social Media und dem World Wide Web profitieren kann. Dabei stellen diese Vereine allerdings nur einen kleinen Teil aller in Deutschland organisierten Vereinen dar. Folglich sollte man sich auch die Frage stellen, wie der Verein um die Ecke, welcher sich dem Breitensport gewidmet hat, von den Entwicklungen rund um das Netz und Social Networks profitieren kann.

Nun um dies zu beantworten sollte man sich mir zunächst einmal die Frage mit welchen Problemen Vereine des Breitensports zu kämpfen haben, wie der Status Quo des aktuellen Web-Auftritts ist und zu guter Letzt wie der Verein durch einen professionellen Webauftritt, welche Social die Social Networks einschließt, die Probleme lösen und profitieren kann.

Herausforderungen mit welchen viele Breitensportvereine kämpfen

Hierfür möchte ich das Geschäftsmodell – zugegebener weise etwas vereinfacht – eines Breitensportvereins zunächst einmal näher betrachten: Der Kern und Ausgangspunkt eines jeden Vereins sind seine Mitglieder. Mitglieder bringen Einnahmen durch ihre Beiträge und Zuschüsse seitens der beteiligten Kommune. Diese richten sich ganz besonders nach dem Anteil der Jugendlichen. Folglich ist gerade dieser Bereich besonders interessant.

Darüber hinaus bilden Mitglieder die Basis einer erfolgreichen Vereinsarbeit. Nicht nur als aktive Sportler, sondern vielmehr auch als ehrenamtliche Helfer bei der Organisation des Vereins. Ehrenamt ist ein immens wichtiger Bestandteil der Arbeit in einem Verein. Trotzdem sollte der Verein in der Lage sein den Mitgliedern für ihre Mitarbeit im Verein mehr als nur Anerkennung für ihre ehrenamtliche (lies: kostenlose) Arbeit zu geben. Dies kann durch eine moderne (Trainings-) Ausrüstung, durch interessante Weiterbildungsmöglichkeiten aber auch durch ein angemessenes Honorar geschehen. Dieses will allerdings gegen-finanziert sein. Da allein die Kosten für die Teilnahme am Spielbetrieb oftmals die Einnahmen „auffressen“, gilt es alternative Einnahmequellen zu erschließen.

Zusammengefasst gilt es für Breitensportvereine im Wesentlichen drei Fragen zu beantworten und Lösungen dafür zu entwickeln:

  1. Wie können wir neue Mitglieder gewinnen und alte Mitglieder binden?
  2. Wie können wir neue Ehrenamtler gewinnen und an uns binden?
  3. Wie können wir neue Einnahmequellen erschließen und bestehende stabilisieren?

Nun, betrachtet man das bisher Dargestellte, so muss man sich folgende Frage stellen:

Was hat das ganze mit dem Web und Social Networks zu tun?

Wie oben dargestellt sind die Mitglieder die Basis für den Erfolg des Vereins. Dabei gilt es nicht nur aus dem Grunde der Zuschüsse den Fokus auf die jungen Mitglieder und Jugendliche legen. Auch da diese nun mal wesentlich mehr Zeit zu investieren haben als Berufstätige. Zeit um das Sportangebot des Vereins zu nutzen oder Zeit um dem Verein als ehrenamtliche Kraft zur Verfügung zu stehen. Aber auch Zeit um sich in Social Networks und dem World Wide Web zu bewegen. An diesem Ort gilt es die Jugendlichen für den Verein zu sensibilisieren und zu aktivieren.

Die Website eines Vereins – Ein Blick ins Innere der Organisation

Deshalb ist es für den Verein von besonderer Bedeutung dort auch wahrgenommen zu werden. Das gilt sowohl für die Social Networks auch als für die vereinseigene Website, denn letztendlich sollen die Aktivitäten in den Social Networks unter anderem für eine Steigerung des Traffics zur Website sorgen. Da die Website für eine fremde Person zunächst einmal das erste ist wo er sich über einen Verein informieren kann, sollte diese auch ansprechend gestaltet werden. Immer unter folgender Prämisse: „You never get a second chance for the first impression!“

Die Website wird trotzdem von einigen Vereinen sehr stiefmütterlich und zweitrangig behandelt. Dies mag mit Sicherheit den fehlenden personellen Ressourcen, aber auch fehlendem Know How geschuldet sein. Ein Know How welches in Zeiten von WordPress und den darum aufgebauten Angeboten nicht zwingend notwendig ist und hervorragende Möglichkeiten bietet auch für Vereine attraktive Websites zu gestalten.

Aber was macht eine attraktive Website aus? Viele würden an dieser Stelle das vielbemühte Zitat „Content is King“ auspacken. Das trifft mit Sicherheit zu, ist allerdings nicht der einzige Faktor. Ein ansprechendes Design der Website ist mit Sicherheit fast genauso wichtig. Ähnlich wichtig auch dass regelmäßige Updates auf der Website zu finden sind und den Besuchern einen Grund bieten zu dieser Website zurück zukehren. Diese Update können sich zum Beispiel den Ehrenamtlern und ihrer Arbeit widmen und so zu öffentliche Anerkennung dieser Arbeit und des Ehrenamtlers führen. Das Bedürfnis nach Anerkennung auf Seiten des Ehrenamtlichen wird durch den Verein so erfolgreich befriedigt und kann zu einer erhöhten Bindung an den Verein führen.

Neue Mitglieder gewinnen und binden via Social Media

Aber eine attraktive Website besitzt keinen Wert wenn niemand weiß dass sie existiert. Nun wie lässt sich auf die Website aufmerksam machen? Mit Sicherheit ist Mund-zu-Mund-Propaganda ein wichtiges Werkzeug. Nicht im klassischen Sinne, sondern im digitalen. Hierfür bietet Facebook, im Gegensatz zum eher statischen studiVZ und meinVZ hervorragende Ansatzpunkte.

Auf der neuen Facebook-Startseite bekommt jeder User die letzten Entwicklungen aus seinem Netzwerk mitgeteilt. Sei es eine Nachricht des einen zum anderen Freund, oder ein Kommentar eines Freunds zu einem Foto eines anderen. Nahezu jegliche eigene Aktivität kann von den Freunden des Facebook-Users registriert werden. Dies gilt es auf Seiten des Vereins für sich zu nutzen und für Aufmerksamkeit für die eigenen Angebote und Interaktion mit den Fans der Vereins-Seite zu sorgen.

Auf diesem Wege können durch besondere Aktionen zunächst einmal neue Fans der Seite gewonnen werden. Wird die Arbeit auf Facebook erfolgreich umgesetzt, so wird dieser neue Fan auch die Website des Vereins besuchen und eventuell eines Tages Mitglied werden. Diesen Transformationsprozess gilt es auszuweiten und mit attraktiven Aktionen auszugestalten.

Und die neuen Einnahmequellen?

Verläuft die Web-Kampagne des Vereins erfolgreich, so gewinnt er nicht nur neue Fans, Mitglieder und Traffic für seine Website, sondern kann potenziellen Sponsoren auch noch neue Plattformen für ihre Botschaften bieten.

Plattformen wie Facebook ermöglichen dabei eine eine exakte ge0- und demografische Auswertung der Fans eines Vereins auf Facebook und somit hervorragende Ansätze für die zielgerichtete Platzierung von regionalem Sponsoring auf dieser Plattform.

spread the word!

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3 thoughts on “wie breitensport von social media profitieren kann

  1. So schön wie die Überlegungen sind, gehst du bei deinem Ansatz doch davon aus, dass ein Großteil der Mitglieder des Vereins daran interessiert ist allen etwas Gutes tun zu wollen (Stichwort Sensibilisierung für den Verein). In der Realität geht es allerdings selten um den ganzen Verein, sondern für den Aktiven ausschließlich um seine Abteilung innerhalb des Vereins, im schlimmsten Fall sogar nur um seine eigene Mannschaft – und da spreche ich mit der Erfahrung von knapp drei Jahren Leitung der Basketballabteilung meines Heimatvereins. Ein auch altersmäßig etablierter Akteur der Herrenmannschaft interessiert sich für gewöhnlich leider einen feuchten Kehricht um das Treiben einer U14 oder U16. Aber an dem Punkt hast du ja bereits sehr treffend erläutert, warum die Jugendlichen hier am ehesten als Zielgruppe und Multiplikatoren anzusprechen seien – nur ein bisschen weniger euphorisch in den tatsächlichen Möglichkeiten …

    Die Gewinnung sowie Bindung von Fans bzw. neuen Mitgliedern für den Verein ist mit Social Media aber auf jeden Fall möglich. Hierzu möchte ich dir und jedem anderen, der Sport, Event und Social Media verkuppeln möchte, das Psychological Continuum Model von Funk und James ans Herz legen, auf das ich auch während meiner Diplomarbeit zurückgegriffen habe. Ein in dieser spezifischen Ausrichtung einmaliges Erklärungskonzept, dass in etwa sieben von zehn Fällen so oder so ähnlich greifen dürfte (eine kleine Umfrage in meinem sportlich aktiven wie interessierten Bekanntenkreis stand Pate für diese These).

    Auf dieses Modell aufbauend sind Social Media wie auch die Seite der Abteilung/des Vereins trotz allem nur ein Katalysator. Sie müssen Interessierte zum aktiven Tun animieren, sprich die Trainingseinheiten besuchen zu wollen, sich erste Spiele anzusehen usw., um dann die tatsächliche Begeisterung zu entfachen, die zum Beitritt in den Verein führt.

    Die Idee potentiellen Partnern darüber hinaus einen Platz auf der eigenen Webpräsenz bzw. dem Facebook-Profil anzubieten ist natürlich verlockend, bedarf in der Auswahl der Partner allerdings zum einen das Wissen der Sponsoren um Facebook und zum anderen um eine halbwegs passende Zielgruppe, die somit auch erreicht werden soll. Der Dorfmetzger wird sich ehrlich gesagt wohl kaum als treibende Sponsoringkraft etablieren können, währenddessen eine Fahrschule, die bei entsprechendem Engagement in den Jugendmannschaften schon Kunden in spe gewinnen könnte, durchaus Erfolgschancen bei einem derartigen Modell hätte.

    Aber wir können ja noch ein klein wenig weiterspinnen, was machbar wäre😉

  2. Hi Daniel,

    zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für deinen genauso interessanten wie kritischen Kommentar.

    Dein Hinweis auf das PCM unterstreicht noch einmal, dass alle Aktivitäten via Web oder Social Media wenig wert sind, wenn sie nicht durch konrete Ereignisse und Erlebnisse ausserhalb des Webs untermauert werden. Die Social Networks können in meinen Augen hervorragend auf den ersten beiden Stufen des Modells eingesetzt werden. Der weitere Prozess – und da gebe ich dir vollkommen Recht – auf den beiden letzten Ebenen ist nur durch das tatsächliche „Erleben“ möglich. Wenn ich den Wikipedia-Autor richtig verstanden habe🙂

    Deshalb denke ich, dass eine ganzheitliche Betrachtung und Analyse des Vereins und seiner Organisationskultur im Vorfeld des Aufbaus einer Social Media Kampagne oder eines Auftritts in den Social Networks eine zwingende Voraussetzung ist.

    Was das Sponsoring anbelangt will ich dir Recht geben. Die Sensibilisierung für den Nutzen welchen das Sponsoring einer Fan-Seite auf Facebook mit sich bringt ist zwingende Voraussetzung und die entscheidende Herausforderung zur Erschließung neuer Einnahmen via Social Media Sponsoring. Für kleine Unternehmen (den Metzger) mag der Nutzen auf den ersten (unwissenden) Blick nicht erkenntlich sein. Aber wie ich oben beschrieben habe bietet die Facebook-Page sehr gute Möglichkeiten Daten zu den Facebook-Fans eines Vereins zu generieren und für die Sponsoren des Vereins eine effektive Platzierung der Botschaft – in welcher Form auch immer – zu erreichen.

    Hier gilt es anzusetzen und dem Metzger die Möglichkeiten aufzuzeigen. Mal ein bewusst vereinfachtes Beispiel: Eine begleitende Berichterstattung zum Catering des Metzgers für ein Vereins-Event via Website und Social Networks könnte eine Zielgruppe der Mitglieder für das Angebot des Metzgers sensibilisieren. Zunächst kann die generelle Bekanntheit des Metzgers in einer Serie von Kurzbeiträgen zu den Vorbereitungen (an welchen der Metzger beteiligt ist) des Events erweitert werden. In einem weiteren Schritt könnte beschrieben werden mit welchen Mitteln und Methoden der Metzger das Catering von Events prinzipiell gestaltet. Hier könnten die Mitglieder den Metzger erstmals als Alternative zum Supermarkt in Betracht ziehen. Der entscheidende Schritt der dem Return on Sponsoring (schön das wir hier über BReitensport schreiben🙂 ) vorausgeht findet dann während dem Vereins-Event statt. Die zuvor um- und beworbenen Mitglieder „erleben“ zum ersten Mal real das Angebot des Metzgers und werden im Idealfall durch die Qualität des Angebots zu Neukunden.

    Selbstverständlich kann das nicht in einem „Was-macht-ein-Metzger-so-alles-in-der-Vorbereitung-auf-ein-Event-Serie“ enden. Die genannten Botschaften und Phasen können und müssen authentisch in die Vorberichte zu dem Event integriert werden.

  3. Jepp, bei deinen Ausführungen zum Beispiel des Metzger-Sponsorings bin ich so gut wie vollkommen bei dir. Möglichkeiten aufzeigen, das Ganze durch entsprechende Vorbereitungen zum köcheln bringen und dann beim eigenen Event zum Menü bitten. Passt soweit alles, solange sich die Vorbereitungen des Metzers für das Event auch sinnvoll einbinden lassen.

    Und da sehe ich – leider – das Problem, dass die ohnehin so gut wie fast immer unterfinanzierten Abteilungen/Vereine statt eines Cateringangebots vom Metzger doch eher gezwungen sind auf die eigenen personellen Ressourcen zurückgreifen zu müssen. Schlussendlich stehen dann nicht selten die (immer gleichen) engagierten Eltern der Jugendlichen am Verkauf, nachdem sie vorher noch Brötchen aufgeschnitten, geschmiert und belegt haben (die eigenen Erfahrungen lassen mich da leider immer sehr pessismistisch dreinblicken) -.-

    Ein Ansatz wäre dabei natürlich ein (großzügiges) Entgegenkommen des Metzgers im Warenpreis für ein, zwei ausgehandelte Vereinsevents (sozusagen als Premiumpartner – schön, diese Exklusivgedankenspiele im Breitensport :D), um über die Streuwirkung im Verkauf die angesprochene Sensibilisierung zu erreichen, woraus später eine langfristige Partnerschaft entstehen kann.

    Mit Blick auf die Social Media-Einbindung sind über diesen Weg aber mMn dann maximal zwei, drei Updates mit Nennung der Metzgerei möglich (Ankündigung Event, Vergabe Catering an Metzgerei bzw. Entgegenkommen im Preis, Nachberichterstattung mit Danksagung an Sponsoren). Wobei … das dürfte für einen ersten Anlauf durchaus reichen.

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