featured_image

die beko-bbl und social media

Seit einigen Jahren erfreut sich die Beko Basketball-Bundesliga über eine wachsende Zahl von Fans. Grund hierfür sind nicht nur die neuen Hallen, sondern auch die Fans selbst. Fans welche sich nicht nur in den Hallen mit ihrem Klub beschäftigen. Fans welche selbst den Stift in die Hand nehmen, viel Herzblut und vor allem Zeit investieren und über ihre heißgeliebten Klubs und Spieler berichten, sie kritisieren und für sie begeistern.

Fans und vor allem Blogger welche ihre Verbundenheit zu ihrem Verein in unzähligen Zeilen und Zeichen ausleben. Wie @gruebler und @oldschoolballer über Alba Berlin, die LTi Gießen 46ers und vieles mehr rund um den deutschen und europäischen Basketball. Wie das Team vom baskets|blog über die Telekom Baskets Bonn. Wie Christophe von eurpeanprospects.com über den Nachwuchs oder wie PForsberg über den TBB Trier um nur einige, wenige zu nennen. Hinzu kommen viele, viele andere welche sich auf schoenen-dunk.de streiten, diskutieren, freuen und die Liebe zu ihrer Sportart und ihren Klubs ausleben.

Aber stößt diese Liebe auch auf Gegenliebe?

Eine Frage und eine Antwort mit wesentlicher Aussage über die Bindung der Fans zu ihren Klubs und vor allem umgekehrt. Eine Frage nach der Beteiligung der Klubs an den Diskussionen. Die Suche nach der Antwort führt uns zunächst zu einer weiteren Frage: Wie stark sind die Klubs in die Diskussion der Fans involviert? Wie viele Fans und Follower können sie auf Twitter und Facebook vereinen um den Austausch zwischen Fan und Klub zu forcieren? Eine Antwort – zumindest auf die letzte Frage – liefert uns folgende Übersicht:

BEKO BASKETBALL BUNDESLIGA (Stand 12.07.2010)
# Team Fans Follower Following Fans & Follower
1 Alba Berlin 3.496 1.683 240 5.179
2 Brose Baskets 2.562 670 18 3.232
3 EnBW Ludwigsburg 2.664 2.664
4 EWE Baskets Oldenburg 1.151 905 68 2.056
5 WALTER Tigers Tübingen 2.002 2.002
6 BG Göttingen 1.051 691 24 1.742
7 Deutsche Bank Skyliners 1.015 652 263 1.667
8 Eisbären Bremerhaven 664 405 41 1.069
9 Giants Düsseldorf 387 662 119 1.049
10 New Yorker Phantoms Braunschweig 647 333 40 980
11 Telekom Baskets Bonn 828 3 828
12 BBC Bayreuth 479 340 92 819
13 Phoenix Hagen 308 429 46 737
14 LTi Giessen 46ers 616 78 20 694
15 TBB Trier 421 183 22 604
16 Artland Dragons 457 47 457
17 Mitteldeutscher Basketball Club 299 139 438
18 ratiopharm Ulm 0
17.463 8.316 803 26.217

Zur Erläuterung: Hier handelt es sich  um die offiziellen Seiten oder Accounts der Vereine auf Twitter und Facebook (sollte ich einen Verein übersehen haben oder es nicht eindeutig gewesen sein ihn zu identifizieren, so fühlt euch aufgefordert dies zu korrigieren 🙂 )

[update] der Mitteldeutsche BC twittert auch – vielen Dank an @hellopitty für den Hinweis

Aber zurück zu unseren Fragen. Wir sehen, dass mit Alba Berlin und den Brose Baskets Bamberg zwei Teams die Tabelle anführen, welche Social Media als einen Kommunikationskanal stark nutzen und in ihren Online-Auftritt integriert haben. Wir sehen aber auch ein Überraschungsteam auf Platz Drei: EnBW Ludwigsburg. Der Klub verzichtet zwar auf die Präsenz auf Twitter, nutzt jedoch Facebook im Vergleich zum Meister von 2008/09 – den EWE Baskets Oldenburg – erfolgreich was die Anzahl der Fans auf Facebook anbelangt. Im Land der Tweeps fällt auf, dass Alba Berlin, die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt und die Giants Düsseldorf Twitter für sich nutzen um den Fans zu zuhören. Diese drei Teams vereinen ganze 78 % der gefolgten Personen der Basketball-Bundesligisten auf Twitter. Im krassen Gegensatz stehen dazu die Telekom Baskets aus Bonn. Diese gehören mit ihren 828 Followern zwar zu den Big-Three in diesem Bereich, folgen aber ganzen drei Personen. In diesem Fall wird es schwierig auch zu hören was um den Verein auf Twitter geschieht und den eigentlichen Nutzen aus diesem Tool zu ziehen.

Was ist denn jetzt mit der Gegenliebe?

Zuhören und gehört werden sind die beiden großen Stichworte möchte man diese Frage beantworten. Beispielhaft geht die Ligaführung in Bereich des Zuhörens ihren Klubs voran und sucht den Austausch mit den Fans. So lud die Liga im vergangenen Januar zum alljährlichen Treffen zwischen Geschäftsführung der Beko-BBL und den Fans. Eine – im Vergleich zu den anderen großen Profi-Ligen des deutschen Sports – einmalige Veranstaltung welche den Stellenwert der Fans, ihrer Meinungen und Vorschläge bestens verdeutlicht und an dieser Stelle ein ausdrückliches Lob verdient!

Hinterfragen sollte man jedoch warum einige Klubs die Möglichkeit die Möglichkeit des Zuhörens nicht auch durch ihre Twitter-Accounts nutzen. Das Folgen von Fans gibt nicht nur dem Klub die Möglichkeit diesen zu zuhören, sondern auch in einen aktiven Austausch mit ihm zu treten. Darüber hinaus wird dem Fans so auch vermittelt, dass der Klub ein ehrliches Interesse an seiner Meinung hat. Selbstverständlich gibt es mit schoenen-dunk.de eine Plattform auf welcher eine Vielzahl an Verantwortlichen die Meinungen der Fans zu ihren Klubs und den aktuellen Themen intensiv verfolgen und daraus auch ihre Schlüsse ziehen. Doch ob dort ein aktiver Austausch zwischen Klub und Fan stattfindet, kann aufgrund der Anonymität durchaus bezweifelt werden. Also sollte man – wenn man sich denn schon aktiv in Social Networks bewegt – auch alle Möglichkeiten welche damit verbunden sind in Betracht ziehen und für sich ausschöpfen.

spread the word!

Add to FacebookAdd to DiggAdd to Del.icio.usAdd to StumbleuponAdd to RedditAdd to BlinklistAdd to TwitterAdd to TechnoratiAdd to Yahoo BuzzAdd to Newsvine

3 thoughts on “die beko-bbl und social media

  1. Wieder einmal ein sehr interessanter und lesenswerter Artikel. Glückwunsch dazu!🙂

    Nun aber zur Thematik an sich. Natürlich wünscht man sich als Fan durchaus auch von „seinem“ Verein via Twitter gefollowt zu werden. Aber die reine Tatsache, dass dies nicht geschieht, ist natürlich kein Grund, dass man keine Wertschätzung von Vereinsseite aufbringen würde oder diese nicht mitbekommen, was über sie im Web (hier am Beispiel Twitter) erzählt wird.

    Mit einem guten Monitoring, wie es bereits in Spalten aufgeteilte bzw. dargestellte Suchstränge in Twitter-Applikationen wie Tweetdeck oder Hootsuite möglich ist, kann man durchaus neun von zehn Gesprächsfetzen mitkriegen – und auf diese auch entsprechend reagieren. Da ist das Verfolgen von seitenlangen Diskussionen auf SchoenenDunk mMn durchaus zeitaufwändiger, da diese nicht so einfach „nebenbei“ aggregiert werden.

    Die @skyliners – hier erzähle ich einmal mehr ein bisschen aus dem Nähkästchen – konnten vor allem während der Playoffs ein großes Interesse von Fans anderer Mannschaften verzeichnen, die verständlicherweise nicht zum regulären Frankfurter Kreis der Verdächtigen gehören. Diese freuten sich aber über die vielen knappen, spannenden Spiele und haben sich auch rege dazu ausgetauscht. Da waren Bonner Fans ebenso dabei wie Berliner und weitere, die uns gegen Bamberg Glück gewünscht haben, die Spiele für sich mitkommentierten oder einfach aus dem Off Fragen gestellt haben, bei denen wir fix antworten konnten, usw.

    Das wir dabei aber auch antworten konnten gelang nur, weil die personellen wie zeitlichen Kapazitäten dafür vorhanden waren. Ein Aspekt, den man bei den Vereinen nicht vergessen darf. Wie bereits bei deiner Gegenüberstellung der Social Media-Nutzung während der Finals in den Kommentaren angesprochen, bedürfen Monitoring und Dialog eines gewissen Investments von Ressourcen, die woanders wiederum fehlen würden … Aber wie damals auch schon gesagt, es wird noch besser werden. Als neutraler Beobachter der Liga und ihrer Aktivitäten würde ich insbesondere nach der nicht mehr ganz so frisch gestarteten Imagekampagne abwarten, wie sich die Dinge noch entwickeln, und wie die Klubs sich mit der immer stärker auftretenden Verbreitung der sozialen Medien in der breiten Masse arrangieren.

    Zu deiner Tabelle hätte ich noch eine Ergänzung, die mir während meiner Diplomarbeit, die sich dankenswerterweise auch in Teilen um die Social Media-Nutzung innerhalb der BekoBBL drehte, innerhalb einer ganz ähnlichen Untersuchung auffiel: Betrachtet man die reinen Zahlen an Fans und Followern, so sind diese Werte oftmals recht ordentlich anzusehen. Unter der Prämisse, dass es in der Liga aber eine gute Handvoll an Klubs gibt, die ihre Social Media-Aktivitäten nicht direkt auf der Start- oder Hauptseite anteasern, sondern in der Navigation oder Medienbereich platziert haben oder überhaupt nicht darauf verweisen (bei Twitter u.a. Frankfurt, Quakenbrück und Trier, für Facebook Frankfurt, Göttingen und Bonn – Stand: Anfang Mai 2010), und nur von Mund-zu-Mund-Propaganda der eigenen Fans profitieren, sind die Werte noch interessanter. So zeigen die Zahlen teils noch stärker, wie ausgeprägt die Liebe der Fans zu Basketball und ihrem Team ist.

    Allerdings muss ich dich auf einen kleinen Denkfehler hinweisen: Die Addition der Fans und Follower als Ganzes macht nur Sinn, wenn jeder Fan nur einem Angebot folgen würde. Da es aber in vielen Fällen wohl zu Doppelnutzungen kommt, sind die Zahlen als solche ein wenig wackelig😉

    Beste Grüße,
    Daniel

  2. Vielen Dank Dir zunächst einmal für die mal wieder sehr interessante und differenzierte Darstellung und dein Lob!

    Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass sich die Qualität des „Zuhörens“ nicht aus den reinen Zahlen ablesen lässt. Das benötigt einer weitaus intensiveren Betrachtung welche der Tiefe einer Diplom-Arbeit gleichkommen könnte😉 Auch das Followen von Tausenden von Fans kann fürs „Zuhören“ und einer entsprechend vollgepackten Timeline problematisch werden. Und damit bin ich voll und ganz bei Dir, was das Thema hootsuite oder tweetdeck anbelangt. Trotzdem habe ich es bewusst etwas zugespitzt um den Post nicht ins Unendliche ausufern zu lassen.

    Interessant wäre es mit Sicherheit gewesen weitere „inoffizielle“ Gruppen, Pages und Accounts der Vereine zu betrachten. Diese von den Fans initierten Projekte drücken hervorragend aus wie groß das Engament und die Verbundenheit der Fans zu ihrem Klub ist.

    Und ganz zum Schluss freue ich mich natürlich wenn eure Arbeit weit über den eigenen Fankreis anerkannt wird und dass ihr so vorbildlich (mit den entsprechenden peronellen Ressourcen) auf eure Fans eingeht! Weiter so!

    Viele Grüße

  3. Ja, die inoffziellen Gruppen sind denke ich tatsächlich eine der interessantesten Felder, wenn es um die Auswertung bzw. Einschätzung der Fanliebe geht. Bestes Beispiel sind aktuell für mich die Bad Wizards, die als Fanklub der Giants Düsseldorf momentan mehr für die Außendarstellung, Kommunikation und Versorgung mit Informationen tun, als der Verein selbst.

    Klar, in Düdo hat man aktuell größere Sorgen als Neuzugänge zu vermelden, wenn es um den Erhalt der Wildcard geht, aber ich finde gerade in diesen Phasen wollen die Fans am stärksten involviert werden, um zu wissen, wie es mit ihrem Team weitergeht.

    Und Danke natürlich für dein Lob bzgl. unserer Arbeit. Wir versuchen unser Bestes, auch wenn wir selbst es – wie in der Sommerpause üblich – aufgrund von Urlaub der Mannschaft wie auch der Officebesatzung sehr ruhig angehen lassen …😉

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s