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die schlacht am kap #3

Die Schlacht am Kap ist in ihre entscheidende Phase. Der Boden gleicht einer morastartigen Masse vermengt mit den Überresten aus den vergangenen Kämpfen zwischen den afrikanischen Patrioten und dem Geschichtslehrern aus den USA. Die Gladiatoren betreten das Schlachtfeld: Auf der einen Seite englische Altstars – auf der anderen amerikanische No-Names. Offizieller Sponsor versus Ambusher. Round Three: Fight!

Die amerikanische Revolution mal anders oder Carlsberg vs. Budweiser

Ebenso wie Nikes „Write the future“ sorgte auch die „Team Talk“ Kampagne von Carlsberg im Vorfeld und während der Weltmeisterschaft für Aufregung. Mit einem mitreißenden Aufruf an alle englischen Fans ihre eigenen Mannschafts-Ansprache zu kreieren startete der Sponsor der FA seine Kampagne on- und offline in die finale Phase. Vorne weg der TV-Spot gespickt mit 16 englischen Sport-Legenden wie Jack Charlton, Stuart Pearce und dem Dart-Weltmeister Phil ‘The Power’ Taylor gefolgt von einer umfangreichen Print- und Plakatwerbung. Die Stars im Spot fungieren als Motivatoren einer durch die Katakomben ins Stadion einlaufenden englischen Elf. Zum Ende des Spots: Die Treppe ins Stadion an deren letzten Stufe Bobby Charlton und einer der „Three Lions“ wartet. Voller Patriotismus wird der Spot seinem Ziel ein Motivations-Video für die englische Elf zu sein vollkommen gerecht. Der Bezug zur Weltmeisterschaft in Südafrika bleibt allerdings unklar. Auf You Tube wurde der Spot über 600.000 Male gesehen. Vergleicht man die Anzahl der Klicks mit den anderen Kampagnen der Weltmeisterschafts-Ambushern so muss man festhalten, dass dies nicht wirklich viele sind. Der Branding Grade des Spots ist sehr gering. Weder Logo noch andere mit Carlsberg zu assoziierende Objekte sind in dem Spot zu finden. Ausgenommen die letzte Einblendung. Carlsberg: For England.

Ganz im Gegensatz zu Carlsberg legen die Macher im Hause Anheuser-Busch den Schwerpunkt auf Reality-TV und Internationalität. Im Rahmen der „Bud United“ Kampagne werden Fans aller 32 teilnehmenden Nationen per Kamera in einem Haus in Südafrika während der WM begleitet. Teil der Kampagne ist der TV-Spot zur Kampagne. Zu sehen: Elfmeterschütze und Torwart im Duell. Fans in den beiden Kurven welche versuche den Schützen bzw. den Torwart abzulenken. Der Spot ist nicht wirklich einfallsreich besitzt aber doch einen gewissen Humor, welcher beim Zuschauer das ein oder andere Schmunzeln verursachen wird. Trotzdem Budweiser 2006 auf starke Ablehnung bei den deutschen Fans gestoßen ist wird der Spot doch recht interessiert auf You Tube verfolgt. Die Anzahl der Klicks lässt sich schwer ermitteln, da der Spot in mehrfacher Ausführung kursiert. Der Branding Grade des Spots ist recht hoch: Budweiser trinkende Fans die Choreografien zelebrieren auf welchen überdimensionale Budweiser Flaschen zu sehen sind und im Hintergrund die Rollbande mit dem Budweiser Slogan. Auch der bezug zur Weltmeisterschaft wird schon in der ersten Szene des Spot klar deutlich: Der viel gescholtene Jabulani-Ball wird im Close-Up vom Schützen auf den Elf-Meter-Punkt gelegt.

Ganz im Gegensatz zu den bisherigen Schlachten und ihren Kontrahenten ist es diesmal der offizielle Sponsor, welcher den Bezug zur Weltmeisterschaft klarer darstellen kann. Budweiser gelingt dies in einer – zugegebener weise recht flachen – humorvollen Art. Währenddessen bleibt der Spot vom Carlsberg gespickt mit all seinem Patriotismus wohl nur für englische Fans unterhaltsam und verliert grade aus diesem Grunde auch seinen Bezug zur Weltmeisterschaft. Man schreibt sich 100 % Fußball auf die Fahnen – steht aber mit seinem 35-Millionen-Budget nur für 100% England… Was die reine Reichweite der Klicks auf You Tube anbelangt, so lässt sich dies nur schwer beurteilen, da die Spot von unterschiedlichen „Uploadern“ im Netz kursieren. Nimmt man die Klicks aus den offiziellen Kanälen der Marken, so liegt Carlsberg mit über 600.000 Klicks meilenweit vor Budweiser (ca. 42.000 Klicks). Der Branding-Grade ist wie oben beschrieben wiederum im Spot aus dem Hause Anheuser-Busch wesentlich höher. Geschickt wird das zu bewerbende Produkt in nahezu jede Szene integriert. Es fehlt noch der biertrinkende Elfmeterschütze… Folglich muss festgestellt werden, dass Budweiser in der Summe einen Spot geschaffenen hat, welcher einen deutlichen Bezug zur Weltmeisterschaft kreiert, erfolgreich von den Fans angenommen wird und einen hohen aber nicht zwingend aufdringlichen Branding Grade aufweist. Dumm nur wenn die Besucher der Fanmeilen dann das Bier des Konkurrenten trinken müssen.

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