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sprich mit mir

Vor wenigen Tagen wanderten wir noch kurz vorm Verdursten durch die Wüsten Arizonas auf der Suche nach der  Antwort auf die Frage nach dem Return On Invest. Heute taumeln wir ganz benommen durch die Welt der Social Media auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit der Konzepte mancher Vereine. Völlig betäubt von dem Hype, welcher manche antrieb dem Trend folgen zu müssen, stürzen sich einige auf Facebook und Twitter. Ohne Strategie werden die Accounts eingerichtet um bloß kein altbackenes oder gar rückständiges Image aufgezwungen zubekommen.

Dabei reicht allein das Vorhandensein eine Twitter-Account noch lange nicht aus ein modernes Image oder eine gelungene Kommunikationsstrategie zu fördern. Der entscheidende Punkt für eine erfolgreiche Nutzung von Social Media ist die Interaktion zwischen Klubs, Spielern,  Verantwortlichen und Fans. Hier bietet Facebook oder Twitter hervorragende Ansatzpunkte um die „Fanbasis“  effektiv zu erreichen. So lange man den richtigen Ansatz verfolgt. Zu vielen Vereinen scheint dieser richtige Ansatzpunkt aber zu fehlen. Der Verein sollte Social Media in einer Art und Weise nutzen, welche die Organisation und das Publikum verbindet. Hierbei geht es aber nicht um das bloße herausposaunen neuer Merchandising-Aktionen oder Pressemitteilungen, sondern vielmehr um die Förderung des Gesprächs und des Austausches zwischen den Beteiligten.

Dies lässt sich am einfachsten verfolgen indem man eine gezielte Strategie einsetzt. Es muss klar definiert sein welche Ziele mit dem Einsatz von Social Media verfolgt werden. Kurz: Es geht darum ein ganzheitliches Konzept zu integrieren. Bei der Integration dieses Konzepts in die gesamte Struktur des Vereins sollte man sich auf einige wenige Richtlinien zur Nutzung von Social Media festlegen. Diese können wie folgt lauten:

Fördere die Interaktion zwischen Klub, Fans und Athleten

Das Schöne an Social Media ist, dass sie für den Meinungsaustausch zwischen den Usern gefördert entworfen wurden. Es gibt wohl keine zweite Plattform auf welcher Fans mit ihren Stars und Idolen kommunizieren können. Das soll aber in keinem Fall heißen, dass die Klubs oder Athleten einfach hinausgehen und ihre Mitteilungen nach außen schreien. Dieses Martkschreier-Prinzip mag bei Medien funktionieren, bei welchen die Grenzen zwischen Sender und Empfänger klar definiert sind. Nicht aber bei einem Medium in welchem sowohl Fans als auch Klub als Sender bzw. Empfänger agieren.

Deshalb sollte der Klub großen Wert darauf legen den Meinungsaustausch von sich aus zu fördern. Fragen der Fans müssen beantwortet, auf Kritik reagiert und ein Austausch im Sinne der Weiterentwicklung der Organisation gefördert werden. So läuft er auch keine Gefahr dass Kritik an dem Klub, den Spielern oder Organisation sich wie ein Virus verbreitet und er keinen Einfluss darauf nehmen kann. Vielmehr fühlen sich die Fans und Sympathisanten respektiert und als Teil des Ganzen. Hier liegt die wahre Kraft von Social Media und nicht nur im reinen Verbreiten von Pressemitteilungen.

Verbessere die Bekanntheit der Marke

Bei manchen Klubs mag die Bekanntheit der Marke so stark sein, dass sie sich praktisch von allein verkaufen mag. Als Beispiel sei nur der FC St. Pauli oder der 1.FC Köln genannt. Beide Klubs verfügen über eine breite Fan-Basis und Markenbekanntheit ohne in den vergangenen Jahrzehnten Titel gewonnen zu haben. Da dies ist aber eher Ausnahme als Regel ist, stehen die Klubs vor der Herausforderung ihre Marke in langer Arbeit aufzubauen und zu etablieren. Hierfür kann das Nutzen von Social Media eine gute Lösung sein.

Dabei gilt es folgende Prämisse zu berücksichtigen: Bei der Nutzung von Social Media vertrauen die Konsumenten eher  in Informationen welche ein Freund bei Facebook oder Twitter postet. Folglich werden Links welche von Freunden und Followern verbreitet werden eher geöffnet als eine reine Werbeanzeige im Profil des Users. Berücksichtigt der Klubs dies und verbreitet einen wirklichen inhaltlichen Mehrwert für den Fan, so kann er sich sicher sein, dass dieser seine Informationen mit seinen Freunden und Followern teilen und die Bekanntheit der Marke steigern wird. Der Fan kann zum Sprecher des Klubs werden, die Bekanntheit der Marke steigern und etablieren. Und das ohne dass der Klub für diese Zutat seinen Supporter bezahlen müsse. Er braucht sie nur zu hören.

Erreiche die Fans dort wo sie sich bewegen

Denn ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Klubs ist eine loyale Fan-Basis. Diese muss zunächst einmal entwickelt und gepflegt werden. Das Wachstum von Social Media ist grade in Deutschland noch lange nicht am Ende angelangt.  Es wäre folglich fahrlässig diesen wachsenden Sektor außen vor zu lassen, einen entscheidenden Trend zu verpassen und diesen nicht für die Entwicklung der Organisation zu nutzen. Dabei geht es darum die Beziehung der Fans zum Klub auch via Social Media zu kultivieren. Fans identifizieren sich mit ihren Klubs. Fans demonstrieren Loyalität zu ihren Klubs. Fans honorieren eine ehrliche Form von Beziehung zwischen ihnen und dem Klub. Social Media bietet hervorragende Möglichkeiten diese Beziehung zwischen Klub und Fans zu kultivieren und eine breite Fan-Basis zu etablieren.

Fördere Interaktion, Fördere Interaktion, Fördere Interkation…

Fasst man zusammen so kann festgestellt werden, dass Social Media Kommunikation auf einem noch nie da gewesenen Niveau ermöglicht. Dabei ist die zentrale Frage für die Klubs den Wert der Interaktion mit ihrer Fan-Basis anzuerkennen und diesen zu honorieren. Diesen werden viele Klubs wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren noch nicht – sondern vielmehr die Angst vor der „Auseinandersetzung“ mit der Kritik der Fans – sehen. Klubs welche sich jedoch diesem Wert bewusst sind und eine Interaktion mit den Fans fördern, werden auch langfristig bei der Weiterentwicklung ihrer Organisation erfolgreich sein.

2 thoughts on “sprich mit mir

  1. Pingback: Break-Away.de Eishockey-Podcast — Starting Six: Gutes und Schlechtes aus den Playoffs und ein 100-Jähriger

  2. Sehr interessanter Artikel. Oft wird Social Media einfach als Schlagwort verwendet. Ehrlicher und authentischer Meinungsaustausch, auch auf die Gefahr von kritischen Stimmen hin, ist für zahlreiche Verantwortliche in Sportvereinen noch eine schwierige Spielwiese.

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