Basketball Passion

where is the love?

Das Spiel ist in seiner entscheidenden Phase angekommen. Beide Teams jagen über das Parkett und liefern sich einen atemberaubenden Schlagabtausch. Die Halle kocht, die Stimmung ist hitzig. Phrenetisch jubeln die Zuschauer von den Rängen und versuchen ihr Team zum Sieg zu treiben. Der best-of-five-Clash wird in den letzten drei Sekunden des Spiel Fünf mit einem Buzzer-Beater entschieden.

„Das war Werbung für eine faszinierende Sportart“,

werden alle Beteiligten nach dem Spiel zu Papier geben in die Kameras jubeln. Was wünscht sich das Herz eines Basketball-Fans mehr? Was wünscht sich das Herz eines Verantwortlichen der beiden Klubs oder der Liga mehr?

Sie wünschen sich, dass der Stellenwert ihres heiß geliebten Sports doch endlich auch bei allen Sportfans im TV denselben erfährt, wie bis gerade noch bei den Zuschauern in der Halle. Gruebler hat gestern einen traurigen Zustand festgestellt. Diesen hat man zwar die Spatzen schon von den Dächern pfeifen hören, aber dass er so enttäuschend ist hätte man sich wohl kaum erwartet. Festhalten sollte man es für den interessierten Leser trotzdem: Die Einschaltquoten während einiger Spiele der Play-Offs in der Basketball-Bundesliga lagen auf Niveau einer Call-In-Sendung bei Sat 1 um zwei Uhr Nachts…

Basketball ein Grund umzuschalten? Anscheinend gar nicht erst ein Grund einzuschalten.

Dabei begann die 43. Saison doch mit so erfreulichen Meldungen. Neue Hallen vertrieben den Turnhallenmief. Die jährliche Deloitte-Studie „Finanzreport deutscher Profiligen“ stellte in den vier großen Ligen „unter“ der Fußball-Bundesliga (2. Fußballbundesliga, HBL, DEL, BBL) das größte Umsatzwachstum bei der BBL fest. Ein neuer Namenssponsor der Basketball-Bundesliga wurde präsentiert, der nicht nur Geld in die Kassen der Liga, sondern auch der Klubs spülte. Und in der selben Woche verkündete man stolz: Der deutscher Basketball ist wieder zurück im Free-TV. Man frohlockte, dass die Abhängigkeit von einzelnen Sponsoren oder Mäzenen nun endlich aufgehoben werden könne, da ja nun triftige Argumente wie überregionale Reichweiten über das TV mit in die Sponsoring-Präsentation eingebaut werden können.

Ein Trugschluss?

Doch viele potenzielle Sponsoren ließen sich nicht von diesem trügerischen Licht blenden. Zwar vermeldete man z.B.  in Frankfurt, Ludwigsburg und in Bamberg Vertrags-Verlängerungen mit ihren Haupt-und Namens-Sponsoren, jedoch gelang es nur wenigen der anderen Klubs neue Sponsoren der beiden höchsten Kategorien (Namens- und Trikotsponsor) zu gewinnen. Ausnahmen bilden hier die BG Göttingen, die in einer Saison Namenssponsor verlor (Insolvenz der MEG AG) aber zugleich auf einen neuen Ausrüster und weitere -zumindest kurzfristige – (Trikot)Sponsoren fand. Und auch die Paderborn Baskets, die zum Ende der Saison einen neuen Namenssponsor für präsentierten.

Alternativen?

Da werden zu Recht alternative Finanzierungsmodelle wie in Trier (Gründung AG – Verkauf der Anteile) anvisiert. Allerdings sind diese i.d.R. eher  auf kurzfristige Liquiditätsbeschaffung als auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegt. Um langfristig sportlichen wie auch wirtschaftlichen Erfolg zu haben, sollten solche Methoden nur Teil eines gesamten Finanzierungspakets sein. Ein klassischer aber dafür trotzdem umso wichtiger Teil bleiben die Einnahmen aus den verschiedenen Sponsorships. Hier gilt es vor allem eine breite Basis zu schaffen um finanzielle Engpässe wie z.B. durch den Wegfall eines Hauptsponsors oder durch Insolvenz desselbigen kompensieren zu können. Zusätzlich ergeben sich aus kleineren Partnerschaften oftmals auch breiter angelegte Investments wie das Beispiel in Bamberg zeigt. Sponsoren welche auf diesen „unteren“ Ebenen aktiv sind sehen ihr Engagement auch eher als Maßnahme der Corporate Social Responsibilty als der Steigerung des Bekanntheitsgrades.

Woran mangelt es denn dann?

Alternativen!

Also was gilt es zu tun fragt sich nun zu Recht der Leser dieses Kommentars. Für eine Vielzahl der Klubs gilt es zu begreifen, dass sie mit der Entwicklung der Liga wachsen müssen. Der Basketball der höchsten Spielkasse Deutschlands steht nicht mehr vor den Herausforderungen der späten 80er und frühen 90er Jahre. Dieser Basketball möchte Teil eines  bedeutenden Wirtschaftssektors sein und muss um in Konkurrenz zu anderen Angeboten treten zu können dementsprechend professionell organisiert sein. Das soll heißen, dass nicht nur Wachstum vor der Kulisse (Zuschauer, Umsatz, etc.), sondern auch hinter den Kulissen stattfinden muss. Hier sind die Verantwortlichen gefragt. Und deshalb der Appell: Gebt den Leuten mit entsprechender Ausbildung eine Chance um unseren gemeinsamen Wunsch Realität werden zu lassen!

Das Spiel ist in seiner entscheidenden Phase angekommen. Beide Teams jagen über das Parkett und liefern sich einen atemberaubenden Schlagabtausch. Die Halle kocht, die Stimmung ist hitzig. Phrenetisch jubeln die Zuschauer von den Rängen und versuchen ihr Team zum Sieg zu tragen. Der best-of-five-Clash wird in den letzten drei Sekunden des Spiel Fünf mit einem Buzzer-Beater entschieden. „Das war Werbung für eine faszinierende Sportart“ werden alle Beteiligten nach dem Spiel zu Papier geben in die Kameras jubeln. Was wünscht sich das Herz eines Basketball-Fans mehr? Was wünscht sich das Herz eines Verantwortlichen bei den beiden Klubs oder der Liga mehr?

Sie wünschen sich dass der Stellenwert ihres heißgeliebten Sports doch endlich auch bei allen Sportfans im TV denselben erfährt wie bis grade noch bei den Zuschauern in der Halle. Gruebler hat gestern einen traurigen Zustand festgestellt. Diesen hat man zwar die Spatzen schon von den Dächern pfeifen hören, aber dass er so enttäuschend ist hätte man sich wohl kaum erwartet. Festhalten sollte man es für den interessierten Leser trotzdem: Die Einschaltquoten während einiger Spiele der Play-Offs in der Basketball-Bundesliga lagen auf Niveau einer Call-In-Sendung bei Sat 1 um zwei Uhr Nachts…

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