Bonner SC

moderne technologie auf asche

Denkt man an regionalen Fußball in Deutschland, so fällt einem zunächst mal vielleicht ein Ascheplatz, ein baufälliges Stadion mit Tartanlaufbahn und leere Vereinskassen ein; vielleicht noch ein paar Würstchen zu annehmbaren Preisen und dazu das ein oder andere Kaltgetränk. Technologie scheint hier noch keinen Platz zu haben. Aber das Klischee scheint sich zu wandeln. Der Bonner SC aus der Regionalliga West ist einer der wenigen regionalen Klubs welche ihren Kommunikationsschwerpunkt auf moderne Technologie setzen.Warum Social Media so vorteilhaft sein kann ist recht einfach zu begründen:  Es ist kostenlos und alles was man braucht ist ein wenig technisches Know-How und viel Motivation. Folglich gibt es keinen Grund warum die semi-professionellen Vereine nicht eine ähnliche oder fast gleiche Online-Präsenz erreichen können wie ein Bundesligist.

Aber betrachten wir doch noch einmal unseren regionalen Klub aus der ehemaligen Hauptstadt etwas genauer:

Website

Die Website des Bonner SC erfuhr zur Saison 2009/10 einen Relaunch. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf das Einführen von neuen Serviceangeboten für Fans und Medien gelegt. Neben den klassischen Rubriken (Verein, Team, Sponsoren, usw.) wurde, in Anlehnung an die Aktivitäten der Klubs aus den höheren Spielklassen, versucht die Fans über neue Angebote für den Verein zu interessieren und an ihn zu binden.

Nach dem Relaunch wurden Schwerpunkte neu gesetzt

Dabei wurde mit dem BSC-TV das vereinseigene Web-TV-Format, ein Fanradio und zu guter Letzt der Online-Shop eingerichtet. Ebenso wurden Gadgets wie eine iPhone-App, BSC-Klingeltöne und vieles mehr online gestellt.

Twitter

Der Twitter-Account des BSC wurde während der Saison 2009/10 eröffnet und  erfreut sich zur Zeit über etwas mehr als 300 Follower. Eine ausbaufähige Zahl, welche jedoch mit Blick auf das geringe Alter der Twitter-Präsenz durchaus beachtlich ist.

Geschehnisse im Klub werden direkt mit den Fans geteilt

Das faszinierende an Twitter ist, dass die Meldungen schon während des Ereignisses sofort gepusht werden können. Sei es eine Team-Ansprache am Freitag vor dem Spiel oder eine Änderung in der Startaufstellung am Spieltag. Richtig angewandt gibt Twitter den Fans einen echten Mehrwert zusätzlich zu den klassischen Angeboten wie z.B. die Vereins-Website. Auffällig hier, dass es dem BSC gelang mit einem großen Versicherungsunternehmen einen Presenter der Meldungen zu gewinnen.

Facebook

Nicht nur Veranstaltungen und offizielle Pressemitteilungen werden hier veröffentlicht. Der Präsident des Vereins berichtete im Präsidentenpost während der Saison eigens über den Verlauf der Umsetzungen des neuen „Rheinlöwen-Konzepts“ und anderen alltäglichen Geschehnissen. So wurde den Fans ein echter Mehrwert geboten, die Glaubwürdigkeit des Vereins zurückgewonnen sowie ein neues positives Bild in der Öffentlichkeit etabliert. Aber auch zusammenfassend wurden in einem Zwischenfazit die Fans auf den aktuellen Stand  der Umsetzungen des neuen Konzepts gebracht. So wurde die Fanseite des Bonner SC auf Facebook innerhalb einer kurzen Zeit zu einer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile bewegt der BSC sich mit fast 800 Fans auf Facebook fast schon auf Niveau der Zweiten Fußball-Bundesliga.  Diese stattliche Anzahl an Supportern wurde auch für das neue Konzept aktiviert und zu Beginn der Saison regelmäßig zu verschiedenen Kampagnenschwerpunkten befragt und mit eingebunden.

Ausblick

Betrachtet man die Aktivitäten des BSC in ihrer Gesamtheit, so kann man zusammenfassend folgendes festhalten: Social Media – wie Facebook und Twitter – ermöglicht es besser als je zuvor  die Kommunikationsstrategie des Vereins umzusetzen und via Social Media Fans und Begeisterte direkt zu erreichen, mit ihnen zu kommunizieren und sie in die Weiterentwicklung des Klubs mit einzubinden. Diese Strategie zeigt nun erste Erfolge, wie der ehemalige Präsident feststellt:

„[Es] konnten neue Strukturen, eine neue Außendarstellung und ein neues Sinnbild (Rheinlöwen) verbunden mit einem neuen Image für den Bonner SC entwickelt und eingeführt werden.  Die Medienreichweite des Vereins wurde in der bisherigen Amtszeit über alle Maßnahmen hinweg somit um fast 600% gesteigert. [Darüber hinaus konnte] das Präsidium in seiner bisherigen Amtszeit über 10 neue Sponsoren […]gewinnen.

Um den Stellenwert des Klubs weiter auszubauen und zusätzliche Mitglieder zu gewinnen ist das Nutzen von Social Media für den Bonner Klub mittlerweile unverzichtbar geworden und ein effektiver Weg das Image des Klubs und den Stellenwert in der Stadt zu verbessern.

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3 Gedanken zu “moderne technologie auf asche

  1. Schöne Darstellung, in der positiven Bewertung würde ich auch erst einmal zustimmen. Doch 300 Follower auf Twitter, 800 auf facebook, was bringen die konkret außer dem Image im Web 2.0 hip und modern zu sein? Gibt es einen einigermaßen stichhaltigen Zusammenhang zwischen Online-Marketing und Ticketverkäufen oder Mitgliederzahlen?

    Wir erleben im Basketball bei einigen Clubs ähnliche Aktivitäten (ALBA Berlin, 3200 auf facebook, 1500 auf Twitter bzw. Telekom Baskets Bonn, 1600 auf facebook, 750 auf twitter), durchaus viel Interaktion mit den Fans, aber die “Rendite” bleibt unklar.

    • Sehr interessanter Hinweis! Schwer zu beantworten, denke ich…

      Fakt ist, dass der BSC (nach dem Aufstieg) einen erheblichen Wachstum im Bereich der Mitgliederzahlen und auch beim Ticketabsatz verspüren konnte.

      Ich denke dass diese Aktivitäten im Web 2.0 mit ein kritischer Erfolgsfaktor sind. Da aber auf das Wachstum in den o.g. Bereichen auch andere Erfolgsfaktoren (sportlicher Erfolg, Berichterstattung in den klassischen Medien, usw.) Einfluss haben bleibt es schwer den ROI zu messen.

      Der Aufbau einer Balanced Scorecard sowie eine ganheitliche Betrachtung des Klubs und seines Umfelds könnte dafür u.U. einen Lösungsansatz liefern

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